1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Marco Frank
| Organisation | Refugium e.V. |
|---|---|
| Funktion | Geschäftsleitung |
2. Kurzbeschreibung
GWA meets SDG – Konkrete Utopien für ein solidarisches Braunschweig
Projektbeschreibung
Mitten in Braunschweig ist SQUAT gewachsen, ein Gemeinwesenzentrum, das weit mehr als nur einen Ort markiert. Es ist der Kern einer Gemeinschaft, die zusammenfindet, um nicht nur Raum zu teilen, sondern auch Hoffnungen, Visionen und die feste Überzeugung, dass eine andere, bessere Gesellschaft möglich ist. In den letzten drei Jahren haben wir mit SQUAT Menschen begleitet, Projekte umgsetzt und ein Leben in Vielfalt ermöglicht. SQUAT hat gezeigt, dass konkrete Utopien möglich sind. Diese konkreten Utopien (Ernst Bloch) erinnern uns daran, dass eine bessere Welt nicht in fernen Träumen verharren muss, sondern durch die Hände und Herzen derer zum Leben erweckt werden kann, die sich für ihre Verwirklichung einsetzen. SQUAT positioniert sich mutig im Zentrum dieses Kampfes gegen Ausgrenzung, indem es jedem Einzelnen nicht nur die Möglichkeit bietet, Teil der Gemeinschaft zu sein, sondern auch, individuellen Stärken einzubringen. Der Akt der Teilgabe, besonders hervorgehoben durch die Einbindung von Menschen mit Fluchtbiografie, zeigt die Vielfalt an Talenten und Perspektiven, die unsere Gemeinschaft bereichern und stärken. Unser Ansatz, der sich vom Munizipalismus und dem Konzept der Brave Spaces leiten lässt, bietet einen fruchtbaren Boden, auf dem diese Ideale wachsen können. Der Munizipalismus fördert die direkte Teilhabe aller Bürger:innen an der Gestaltung ihres Lebensraums und setzt sich für die Demokratisierung der lokalen Politik ein, während Brave Spaces sichere, doch herausfordernde Umgebungen schaffen, in denen offene Diskussionen und das Teilen von tiefen Erfahrungen möglich sind. In solchen Räumen wachsen nicht nur Verständnis und Akzeptanz, sondern es werden auch Brücken zwischen unterschiedlichen Lebenswelten gebaut. Die Sustainable Development Goals (SDG) der UN dienen uns als globale Landkarte, die Orientierung bietet, wie wir zusammen eine nachhaltige, gerechte und inklusive Gesellschaften aufbauen können. Mit ihnen entwickeln wir die bisherigen Angebote weiter, um die Entwicklung des Quartiers im Sinne des Gemeinwohls zu fördern. Dafür werden einfache, praktische und niedrigschwellige Ansätze genutzt, die zum Ziel haben, Bewohnende entsprechend eigener Stärken gezielt zu unterstützen, ein aktiver Teil der Gemeinschaft zu werden. Andererseits geht es in dieser Phase auch darum, das SQUAT als Teil der Gemeinwesenlandschaft in Braunschweig und auf kommunaler Ebene in den politischen und administrativen Strukturen als Leuchtturm zu etablieren.
Laufzeit
2025-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
In der aktuellen städtischen Entwicklungsphase, nach dem Ende diverser Förderprogramme für Innenstädte und im Kontext globaler Krisen, sieht sich SQUAT mit Herausforderungen konfrontiert. Trotz seiner anerkannten Bedeutung für das soziale Miteinander der Stadt, wurde SQUAT aufgrund von Sparzwängen im kommunalen Haushalt bisher nicht in die institutionelle Förderung mit aufgenommen. Damit ist frühstens Ende 2027 zu rechnen. Das zeigt, dass Gemeinwesenprojekte in Zeiten knapper Kassen oft als nachrangig betrachtet werden, obwohl sie essentiell für das gesellschaftliche Zusammenleben sind. Zusätzlich haben sich zwar diverse Gruppen, die sich den Zielen nachhaltiger Entwicklung (SDGs) verschrieben haben, bei SQUAT versammelt, doch es fehlt an einer effektiven Bündelung ihrer Interessen. Diese Fragmentierung erschwert eine wirkungsvolle Einflussnahme auf die Stadtentwicklungspolitik, was das Potenzial einer koordinierten Stimme für nachhaltige Veränderungen ungenutzt lässt. Ein weiteres Problem stellt die Homogenität dieser Gruppen dar, die wenig Zugang für Geflüchtete bietet. Unser Anspruch ist es, ein Zentrum zu sein, das nicht nur Teilhabe ermöglicht, sondern aktiv zur Teilgabe einlädt. Durch die Fokussierung auf gemeinsame Projekte, die auf den praktischen Fähigkeiten aller Bewohner:innen aufbauen, streben wir danach, ein vielfältiges Gemeinwesen zu fördern, das integrativ ist und allen offensteht. In dieser Phase von SQUAT ist es von höchster Bedeutung, die Gemeinwesenarbeit zu stärken und die Basis für eine inklusive und nachhaltige Stadtpolitik zu schaffen. Diese sollte die SDGs als Leitlinien verstehen und die Anwohner:innen in den Mittelpunkt des Handelns stellen
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Braunschweiger Innenstadt
Beschreibung
Orientierung am sogenannten inneren Ring Braunschweigs (siehe Karte). Die Wirkungen unserer Gemeinwesenarbeit weisen aber durch den zentralen Charakter unserer Einrichtung über den Stadtteil hinaus.
Einwohnerzahl
6500
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/ref0500/BSM_Sozialbericht2022.pdf
https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/fb01/ref0120/stadtforschung/Infoline_StaFo_BS_2024-06_Staatsangehoerigkeiten_2023_e.pdf
Die Daten beziehen sich auf Menschen ohne doppelte (also zusätzlich deutsche) Staatsangehörigkeit / gemessen am Stadtkern ist der Wert sogar noch höher (bei ca. 30 % siehe Seite 12 zweite Quelle)
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
27
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/ref0500/BSM_Sozialbericht2022.pdf
Projektgebiet in Prozent
12
Gesamtstadt in Prozent
9
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/ref0500/BSM_Sozialbericht2022.pdf
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte_projektgebiet_refugium.png
(2.78 MB)
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
SQUAT verkörpert GWA, die sich an Schlüsselstandards orientiert: Fokussierung auf Menscheninteressen, Stärkung der Selbstorganisation und die Gestaltung des Zusammenlebens. Wir betonen die Wichtigkeit, aller Bewohnenden, insbesondere Menschen mit Fluchtbiografie, Plattformen für Teilgabe und aktive Mitgestaltung zu bieten, was direkt die Standards der GWA reflektiert. Unsere Initiativen zur Förderung von Brave Spaces und zur Stärkung der Teilgabe sind Kern unserer Arbeit und spiegeln die Qualitätsstandards der GWA wider. Durch die Schaffung inklusiver Räume, in denen Vielfalt und Solidarität gelebt werden, stärken wir das Gemeinwesen und fördern ein Zusammenleben, das auf gegenseitigem Respekt und Unterstützung basiert.SQUAT agiert nach dem Prinzip, dass die Interessen und Bedürfnisse der Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen, was unsere Ausrichtung an den Menschenrechten und dem Gemeinwohl untermauert. Die Entwicklung starker, interaktiver Netzwerke innerhalb der Gemeinschaft unterstützt die Bildung von handlungsfähigen, selbstorganisierten Gruppen und Individuen, was die Selbstwirksamkeit und das Empowerment fördert. Indem wir das soziale und kulturelle Miteinander durch gemeinschaftliche Projekte und Veranstaltungen bereichern, tragen wir zur lebenswerten Gestaltung des Quartiers bei. SQUAT dient als Beispiel dafür, wie die Umsetzung der GWA-Qualitätsstandards in der Praxis aussehen kann, mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Inklusion und demokratische Teilhabe
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Anwohner:innen, Menschen mit Migrationserfahrung und Fluchbiografie, engagierte Gruppen und Initiativen
Kriterium
Beschreibung
Soziale Initiativen, Ehrenamtliche, Menschen auf der Suche nach Gemeinschaft, Politik, Stakeholder
Kriterium
Beschreibung
Menschen, die sich einbringen wollen; Menschen mit versteckten Talenten (Teilgabe); Netzwerkpartner:innen
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Durch die Kombination von ehrenamtlichem Engagement und professioneller Leitung ist ein dynamischer Raum, der kulturelle, soziale und ökologische Initiativen und Akteure zusammenbringt, entstanden. Ehrenamtliche, darunter auch Menschen mit Fluchtbiografie, bringen ihre Stärken in Projekte wie Urban Gardening, Kreativangebote, Kochabende und Sprachkurse ein, stärken somit die Gemeinschaft und fördern den Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung. Die regelmäßigen Treffen und Workshops im SQUAT fördern nicht nur die direkte Beteiligung der Bewohner:innen am Quartiersleben, sondern tragen auch zur Entwicklung nachhaltiger Strukturen bei. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und die Aussicht auf institutionelle Förderung zeigen die Anerkennung von SQUATs Wert für die Gemeinschaft. Das Projekt dient als Modell für effektive Gemeinwesenarbeit, die auf Prinzipien der Teilgabe und Inklusion basiert und gleichzeitig eine Plattform für die Verwirklichung konkreter Utopien bietet.
Die besondere Stärke von SQUAT liegt in der Verbindung von Quartiers- und Migrationsarbeit, die durch sehr niedrigschwellige Angebote eine breite Vielfalt an Menschen erreicht und aktiv in die Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens einbindet. Die wachsende Zahl an Veranstaltungen und die steigende Beteiligung zeigen den Erfolg dieses Ansatzes und unterstreichen Bedeutung von SQUAT als lebendiges Beispiel für eine gelungene, integrative und partizipative Stadtentwicklung.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Sozialreferat | Abt. Nachbarschaftszentren
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
TU Braunschweig | GTAS - Prof. Dr. Tatjana Schneider
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
foodsharing e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Büro für Migrationsfragen | Integrationsplanung
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
DRK Schuldnerberatung
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gleichstellungsreferat Stadt BS | Ulrike Adam
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Koordinierungsstelle LSBTI* Stadt Braunschweig | Mareike Walther
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Interkulturelle Servicestelle für Gesundheitsfragen im Gesundheitsamt | Fr. Dr. Javanmardi
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Jugendamt Stadt Braunschweig (Abt. Unbegleitete Minderjährige) | Christina Bogner
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Haus der Kulturen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Freiwilligenagentur Braunschweig
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Braunschweiger Tafel
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Antidiskriminierungsstelle Braunschweig
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Tagestreff IGLU (für wohnungslose Menschen)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
AWO Braunschweig (Migrationsberatung und Quartiersmanagement)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Verein für sexuelle Emanzipation (VSE)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Cura e.V. (Strafgefangenenhilfe)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Dialogforum Innenstadt | Braunschweig Zukunft GmbH
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Quartier Plus | Ayat Tarik
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Annes Garten | Urban Gardening Shop in der Braunschweiger Innenstadt
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Frauenberatungsstelle e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
pro familia Braunschweig
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
SQUAT hat die Chance künftig eine institutionelle Förderung der Stadt Braunschweig zu erhalten. Die Priorität bei der Stadt spiegelt die Wertschätzung für SQUATs Beitrag zur sozialen und kulturellen Stadtentwicklung wider. Diese Förderrunde ist entscheidend, um die Erfolge zu verstetigen und SQUATs Rolle als Modellprojekt für Inklusion und demokratische Teilhabe auszubauen. Eine Weiterförderung würde die dauerhafte Integration in die städtische Förderlandschaft sichern.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On