1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Nicola Pöckler
| Funktion | Stellv. Geschäftsführerin |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Begegnung und Aktivierung der Nachbarschaft
Projektbeschreibung
Seit einigen Jahren schon sind wir als Akteur und Teil der städtischen Sozialstrukturplanung aktiv. U.a. sind wir an der Entwicklung gemeinsamer Ziele und Evaluationsmöglichkeiten für Quartiere mit Unterstützungsbedarf beteiligt und sind Träger eines Stadtteilzentrums in Salzgitter-Fredenberg. Bisher konnten wir im Quartier Suthwiesenstraße mit Migrationsberatung (Förderung Land Nds.) in einer kleinen Wohnung im Stadtteil tätig werden. Über die aussagekräftigen Daten (s. Ausgangslage) hinaus konnten wir so ein eigenes Bild der Bedarfslage entwickeln. Um diesen Stadtteil weiterzuentwickeln fehlen Räume, in denen sich Bewohner:innen treffen und aktiv werden können. Deshalb planen wir ein Stadtteilzentrum für die Bewohner:innen mit Angeboten der Begegnung, Beratung und Bildung. Räumlichkeiten im Quartier sind uns zugesagt, Voraussetzung für die Anmietung ist aber eine Finanzierung über Projektmittel, weil uns andere Mittel nicht zur Verfügung stehen. Im Stadtteilzentrum soll es einen offenen Cafébereich geben, auch die Migrationsberatung soll im Zentrum stattfinden. Für die Planung weiterer Aktivitäten ist die Beteiligung der Bewohner:innen wesentlich. Wir beziehen sie ein, indem wir im Stadtteil unterwegs sind, Menschen und Einrichtungen aufsuchen und indem im Stadtteilzentrum eine Beteiligungskultur gelebt wird. Zentral ist zunächst die Kontaktaufnahme zu den Bewohner:innen und ihre Aktivierung. Nach unserer Wahrnehmung des Quartiers können wir nicht davon ausgehen, dass unser Angebot und eine Aktivierung der Bewohner:innen sofort die Übernahme von Verantwortung und eigene Projekte bedeutet. Sie müssen als erstes eine Stimme bekommen, erfahren, dass ihnen jemand zuhört, ihre Anliegen und Wünsche auf- und ernstnimmt und sie dabei unterstützt, ihren Alltag gut zu leben. Dazu gehört auf jeden Fall die Möglichkeit der Begegnung mit Nachbarinnen und Nachbarn. Es geht im Weiteren darum, dass die Bewohner:innen dabei unterstützt werden, ihre Anliegen zu vertreten und im Wohnumfeld Dinge zu ändern, die sie für verbesserungswürdig halten. Wir schaffen dafür Strukturen, indem wir Netzwerke aufbauen, mit denen Bewohner:innen ganz praktisch an der Gestaltung ihres Wohnumfeldes mitwirken können und sich über diese Möglichkeit mehr mit ihrem Viertel identifizieren. Davon versprechen wir uns auch eine Verbesserung des Rufs dieses Quartiers, so dass man gern hier wohnen möchte.
Laufzeit
2023-09-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Gebiet ist ein Viertel mit Mehrfamilienhaus-Bebauung in z.T. sehr schlechten Zustand, die Fassaden sind unästhetisch und haben keine Isolation. Hier leben Familien ohne Kontakt zu anderen, viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund (s. Daten). Es herrscht ein Nebeneinander statt Miteinander. Die Menschen stammen aus verschiedenen Nationen und haben aufgrund von Unwissenheit und Furcht große Vorbehalte gegeneinander und gegen die einheimische Bevölkerung. Viele Familien haben jüngere Kinder und leben mit ihnen relativ isoliert in kleinen Wohnungen. Bspw. die Familien aus Syrien leben seit 2015 in Salzgitter, haben aber noch nie Kontakt zu anderen Migranten oder Einheimischen gehabt, weil es für sie in ihrer Nachbarschaft keinen Ort für eine Begegnung gibt. Es besteht zu dem ein sehr verzerrtes Bild über Deutschland, sein Bildungs- und Rechtssystem. Der Stadtteil wird nicht als Wohnort zum Leben wahrgenommen, sondern als zweckmäßige Unterkunft ohne Anspruch auf Ästhetik oder Praktikabilität. Man sieht z.B. nie Familien auf den vielen Grünflächen spielen oder verweilen. Viele Familien erhalten Transferleistungen. Sie nehmen unser Angebot der Beratung zwar an, haben aber anfangs kein großes Vertrauen, weil sie die Hilfe als kostenlose Leistung nicht begreifen. Im den sehr kleinen Räumen der AWO, Über den Bülten 24, 38226 Salzgitter, wurde das Projekt „Stark im Beruf“ angeboten und ist nun ausgelaufen. Viele Familien, vor allem Frauen, wünschen sich die Erweiterung der Angebote, leider ist das in den kleinen Räumen nicht möglich. Die Migrationsberatung, die weiterhin stattfindet, ermöglicht uns einen guten Zugang zu den Bewohner:innen, hier können wir anknüpfen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Salzgitter - Lebenstedt/55/57
Beschreibung
Das Gebiet erstreckt sich über die städtischen Planungsbezirke 55 und 57. Folgende Straßen begrenzen das Gebiet: Neißestraße (südl.), Schäferkamp, Feldstraße (mit einem größeren unbebauten Gelände norwestlich) (westl.), Nordstr./An der Krähenriede (nördl.), Ludwig-Erhard-Str./Albert-Schweitzer.Str, (östl.)
Einwohnerzahl
6126
Quelle / Anmerkungen
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022, Zahlen beziehen sich direkt auf das Projektgebiet
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
24
Gesamtstadt in Prozent
21
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
42
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Projektgebiet in Prozent
65
Gesamtstadt in Prozent
41
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Projektgebiet in Prozent
34
Gesamtstadt in Prozent
21
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
24
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stadt Salzgitter, Datenstand 31.12.2022
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
suthwiesenviertel02763520230315132212.pdf
(618.62 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Unser Angebot richtet sich an die gesamte Bevölkerung im Quartier. Der Bereich Suthwiesenstraße ist den statistischen Daten nach und auch von seinem Image in der Stadt ein benachteiligtes Gebiet. Zunächst geht es darum, den Menschen bzw. den unterschiedlichen Gruppen hier (seit langem und neu Zugewanderte unterschiedlicher Herkunft) Begegnung und Kennenlernen zu ermöglichen, um das Gefühl der Zugehörigkeit zu stärken. Das geschieht u.a. durch Beteiligungsaktionen sowie Freizeit- und Bildungsangebote. Diese Zugehörigkeit wird auch durch die Übernahme von Verantwortung gestärkt. Wir gewinnen Bewohner*innen für Aufgaben im Stadtteil, wobei nicht wir vorgeben, welche das sein sollen, sondern ihre Kompetenzen und Ideen dazu aufgreifen. Die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben ist ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit, wobei wir keine fertigen Programme anbieten, sondern unser Netzwerk nutzen, um individuelle Wege zu unterstützen. Dabei wollen wir auch Arbeitsmöglichkeiten schaffen und anbieten oder kleine lokale gewerbliche Initiativen unterstützen. Die Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raums ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Gemeinsam mit Bewohner:innen identifizieren wir sowohl Bereiche, die für Aktivitäten genutzt werden und ggf. besser ausgestattet werden können, aber auch vernachlässigte oder "Angst"-Räume, für deren Aufwertung sich Bewohner:innen mit unserer Unterstützung einsetzen wollen.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Das Angebot im Stadtteilzentrum ist maßgeblich von den Wünschen der Bewohner:innen geprägt. Sie machen eigene Angebote, treffen sich im offenen Café und werden von uns bei der Durchsetzung ihrer Wünsche unterstützt.
Kriterium
Beschreibung
Bewohner:innen treffen sich selbst organisiert im Stadtteilzentrum und übernehmen für die Räume Verantwortung (abschließen, sauber halten...)
Kriterium
Beschreibung
Menschen aus dem Quartier engagieren sich in Projekten oder bringen ihre Fähigkeiten bei Festen ein. Die lokale Wirtschaft wird in Aktivitäten und die Unterstützung des Stadtteilzentrums eingebunden.
Kriterium
Beschreibung
Menschen aus verschiedenen Generationen und Herkunftsländern treffen und beteiligen sich oder setzen sich gemeinsam für ihren Stadtteil ein
Beschreibung
Das Stadtteilzentrum ist Anlaufstelle für soziale Problemlagen, aber auch für Verbesserung des Wohnumfeldes und Schaffung von Teilhabe am öffenltichen Leben in der Stadt an
Beschreibung
Regelmäßige Netzwerktreffen finden sowohl unter den Akteuren im Quartier, als auch mit den benachbarten Quartiersprojekten und stadtweit statt. Die meisten Angebote im Stadtteilzentrum sind Kooperationsprojekte.
Kriterium
Beschreibung
Es gibt neben dem Stadtteilzentrum auch andere neue Orte der Begegnung und des Wohlfühlens im Stadtteil. Feste und Feiern sind für alle da und haben ein entsprechendes Angebot (keine religiösen, kulturellen oder armutsbedingten Hürden)
Beschreibung
Das Quartier Suthwiesenstraße bleibt im Kontorskonzept der Stadt Salzgitter eins von 7 unterstützungswürdigen Gebieten. Träger und Mitarbeiter:innen sind in Planungen einbezogen und Teil der städtischen Integrationsstrategie.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Jumpers, Jugend mit Perspektive
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Stadtteiltreff StartPunkt der Diakonie
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadtteiltreffs in anderen Quartieren
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
- Stadt SZ: identifiziert das Gebiet als Quartier mit Unterstützungsbedarf, bisher schon Förderung eines Arbeitsmarktprojekts und unserer Beratungsstelle. Lange Kooperation im Rahmen der Sozialstrukturplanung, daher versprechen wir uns eine dauerhafte Finanzierung.
- TAG, größter Vermieter vor Ort: langjährige Kooperation und finanzielle Förderung in anderen Stadtteilen, Kooperation für diesen Stadtteil zugesagt (LoI liegt vor).
- Jobcenter: regelmäßiges Angebot vor Ort geplant (LoI vorh.)
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
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