1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Tjark Goerges
| Funktion | Bürgermeister |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Gemeinsam statt (insel-)isoliert - Erkenntnisgewinne generieren und für die Zukunft nutzen
Projektbeschreibung
Die ostfriesischen Inseln befinden sich im Vergleich zu Gemeinden auf dem Festland in gleich mehreren Sondersituationen (Tide-Abhängigkeit, Autofreiheit, Weltnaturerbe, 100% Tourismus als Wirtschaftsfaktor). Für viele Urlauber*innen sind diese Besonderheiten der Grund, Juist zu besuchen. Für die Einheimischen stellen sie im Alltag aber auch häufig eine Herausforderung dar (Logistik, Fachkräfteaquise, Restriktionen). Das Verhältnis zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen ist nicht ausgeglichen. Während der Saison gibt es viele Angebote, aber für die Einheimischen bleibt wenig Zeit, diese überhaupt zu nutzen. Vor allem in den Wintermonaten besteht der Wunsch nach mehr Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Durch die GWA soll das Bewusstsein für die eigenen Handlungsspielräume gestärkt werden, sodass in diesem Bereich ehrenamtliche Initiativen aus der Bevölkerung selbst heraus entstehen. Mehr Freizeitangebote schaffen automatisch auch mehr Begegnungsräume. Für die innere Stabilität als kleine Inselgemeinschaft ist es von enormer Bedeutung, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Senioren, Alt-Insulaner, Neu-Insulaner, Hilfsarbeiter, Jugendliche) zusammenzubringen und wieder mehr soziale Nähe herzustellen.
Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Willkommenskultur. Viele Arbeitskräfte bleiben nur für kurze Zeit auf der Insel, die Fluktuation ist hoch. Neu-Insulaner*innen sollen bei ihrem Start auf Juist mehr unterstützt werden und somit insgesamt mehr Wertschätzung erfahren.
Zu Beginn der GWA sind die Startprojekte (Willkommens-Broschüre, Ehrenamtsbörse) wichtig, um Vertrauen zu schaffen und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Sobald die Insulaner-Lotsin selbst einige Kontakte geknüpft und ein kleines Netzwerk aufgebaut hat, kann sie gezielt Menschen zusammenbringen. Mit der Verlängerung des Projektes kann die Insulaner-Lotsin sich intensiver um eine Zusammenarbeit bemühen und die Bildung von Arbeitsgruppen vorantreiben. Dieser Aspekt ist essentiell, damit Projekte sich dauerhaft etablieren und somit auch langfristig wirken können.
Laufzeit
2021-08-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Auf Juist treffen dörfliche Strukturen und Bedingungen aufeinander, die sich zumeist eher in urbanen Räumen beobachten lassen. Es gibt nachbarschaftliche Nähe, generationen-übergreifende Familienbeziehungen, Kirchlichkeit und Ehrenamt. Gleichzeitig lässt sich eine hohe Fluktuation bei den Arbeitskräften beobachten – nicht nur im Bereich von Gastronomie und Hotellerie. Der Anteil an Arbeitsmigrant*innen ist vergleichsweise hoch. Viele leben nur während der Saison auf der Insel, arbeiten 6-7 Tage in der Woche und bleiben in ihrer wenigen freien Zeit eher unter sich. Für sie gibt es insgesamt nur wenige Möglichkeiten, mit anderen Bevölkerungsgruppen in Kontakt zu treten. Auf Juist sind die Wohnkosten ähnlich hoch wie in Großstädten und arbeitgeber-unabhängiger Wohnraum - vor allem für Familien - ist kaum vorhanden.
Insgesamt besteht auf Juist eine stärkere Heterogenität in der Bevölkerung als in anderen ländlichen Gemeinden. Die beschriebenen Strukturen machen das Zusammenkommen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen schwierig. Viele haben den Wunsch, etwas an dieser Situation zu ändern und sind offen für gemeinsame Aktivitäten. Was fehlt, ist jemand, der die Initiative ergreift und die Organisation dafür übernimmt. Das Projekt schafft neue Begegnungsräume und -gelegenheiten mit dem Ziel, dass die verschiedenen Akteur*innen regelmäßige Kommunikation als positiv und produktiv erleben. So besteht die Chance, weitere Synergieeffekte zu generieren und gemeinsame Interessen stärker vertreten können.
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Juist
Einwohnerzahl
1679
Quelle / Anmerkungen
Ordnungsamt Juist
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
8
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
10
Anmerkung
LSN-Online: Tabelle A100002G, Stand: 12/2017
Projektgebiet: Juist Gesamtstadt: Juist, Spiekeroog, Wangerooge Sonstige: Ostfriesische Inseln
Projektgebiet in Prozent
11
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
11
Anmerkung
LSN-Online: Tabelle A100002G, Stand: 12/2017
Projektgebiet: Juist
Gesamtstadt: Juist, Spiekeroog, Wangerooge
Sonstige: Ostfriesische Inseln
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
25
Sonstige in Prozent
28
Anmerkung
LSN-Online: Tabelle A100002G, Stand: 12/2017 Projektgebiet: Juist Gesamtstadt: Juist, Spiekeroog, Wangerooge Sonstige: Ostfriesische Inseln
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
19
Sonstige in Prozent
16
Anmerkung
LSN-Online: Tabelle A100001V, Stand 07/2017 Projektgebiet: Juist Gesamtstadt: Juist, Spiekeroog, Wangerooge Sonstige: Ostfriesische Inseln
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
uebersichtskarte_juist.pdf
(158.37 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Der Fokus der Projekte liegt im sozialen Bereich - vor allem auf den Themen Jugend, Senioren und Willkommenskultur. Die Ideen für mögliche Projekte kommen aus der Bevölkerung selbst. Die Aufgabe der Insulaner-Lotsin ist es, zu motivieren, positiv zu bleiben und zu unterstützen - vor allem bei organisatorischen und administrativen Aufgaben. Sie schiebt Projekte an, indem sie den Rahmen bereitstellt, also z.B. ein Treffen plant und moderiert. Die Themen bestimmen die Insulaner*innen selbst. Außerdem sorgt sie dafür, dass die "Stimmung" in der Bevölkerung auf kommunaler Ebene nicht ignoriert wird, sondern Wünsche und Anliegen auch dort immer wieder auf den Tisch gebracht werden.
Insbesondere im Winter, wenn vieles geschlossen hat und man sich nicht draußen aufhalten kann, fehlt es auf Juist an Freizeitangeboten. Das Insulaner-Büro soll zu einem Treffpunkt werden. Die Räumlichkeiten sind aktuell eher ein Provisorium. Gemeinsam sollen sie so gestaltet werden, dass man sich wohlfühlt und gerne dorthin kommt (z.B. gemeinsame Streichaktion, ein Inselflohmarkt oder Möbel-Upcycling).
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Projekte umgesetzt werden, die sich die Insulaner*innen gewünscht haben. Methode, um dies zu erkennen: Vergleich von Maßnahmen, die vorrangig für die Touristen umgesetzt wurden mit den Maßnahmen für die Insulaner*innen.
Kriterium
Beschreibung
Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenfeldern gebildet wurden. Methoden, um dies zu erkennen: 1.) Menschen arbeiten gemeinsam an einem Thema, obwohl sie aus verschiedenen Bereichen kommen (z.B. Hotellerie und Kirche). 2.) Kooperationen mit dem Festland
Kriterium
Beschreibung
Projekte aus den drei zentralen Bereichen Jugend, Willkommenskultur und Senioren wurden umgesetzt. Das Dorfgemeinschaftshaus wird von verschiedenen Gruppen als Treffpunkt genutzt.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
ev. und kath. Kirchengemeinde Juist
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gleichstellungsbeauftragte, Schwerbehinderten- und Seniorenbeauftragte
Typ
Stadtteil
11. Medien
Galerie
Aufsteller
info-plakat-lebendiges-juist.png
(164.87 KB)
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On