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Gute Nachbarschaft - Quartiere nachhaltig und lebendig entwickeln

Engagement fördern und Netzwerke stärken - dauerhaft.

neubaugebiet niedersachsen kronsrode am gruenen bogen 01 1

Das Projekt

Gute Nachbarschaft ist das Fundament auf Dauer lebendiger Quartiere. In einer Zeit, in der soziale Isolation und Anonymität zunehmen, ist es wichtiger denn je, aktive Nachbarschaften zu fördern. Dieses Konzept zielt darauf ab, die sozialen Strukturen in Quartieren von Beginn an, auch in der Aufbauphase neuer Quartiere (Beispiel H-Kronsrode) zu stärken und eine unterstützende Gemeinschaft zu schaffen. Durch gezielte Aktivitäten sollen sich die Bewohner wohlfühlen, aktiv teilnehmen und Verantwortung für ihre Nachbarschaft übernehmen. Ziel ist es, durch gezielte Maßnahmen die Nachbarschaftsstrukturen zu verbessern, heterogene Bedürfnisse der Anwohner zu ermitteln und bedarfsgerechte Angebote insb. auch in selbstorganisierten Strukturen zu schaffen. Dabei sollen sowohl bestehende Netzwerke gestärkt als auch neue Partnerschaften aufgebaut werden, um ein harmonisches Miteinander zu fördern. Langfristig soll eine lebendige und resiliente Nachbarschaft entstehen, die den sozialen Zusammenhalt stärkt und so die Lebensqualität der Bewohner erhöht. Ein zentrales Ziel ist es, die Anwohner zu empowern, damit sie aktiv an der Gestaltung ihrer Nachbarschaft teilnehmen und Verantwortung übernehmen. Einzelne besonders engagierte Bewohner als Kümmerer sind als Multiplikatoren entscheidend für die aktive Gestaltung der Nachbarschaft. Diese Personen sollten langfristiger Kernbestandteil der Struktur sein, um Nähe, Kontinuität und Vertrautheit zu gewährleisten. Qualifikationsmassnahmen für diese Personen können ihnen helfen, ihre Rolle effektiv auszufüllen und sie in ihrer Funktion zu stärken. Kümmerer fungieren als Bindeglied zwischen allen Anwohnern und Netzwerkpartnern und tragen dazu bei, dass Anliegen und Ideen Gehör finden und so wirksam werden können. Eine zentrale Koordinationsstelle hilft darüberhinaus, verschiedenen Netzwerke zu verbinden und Synergien zu schaffen. Diese Stelle soll als Schnittstelle fungieren, um Informationen auszutauschen und gemeinsame Projekte zu initiieren. Die Integration in das DRK-Netzwerk sichert langfristige, nachhaltige Wirkung. Der Schwerpunkt liegt also auf dem "Wie", nämlich der Implementierung nachhaltiger Strukturen und Prozesse, die die wirklich relevanten spezifischen Bedarfe vor Ort herausfiltern. Ziel ist ein Modellcharakter: Unabhängig von der vorliegenden Bewohner-/ Infrastruktur soll das Vorgehen auf andersartige Quartiere anwendbar sein, um dort mit ggfs. ganz anderen konkreten lokalen Angeboten ("Was") zu wirken.

Ausgangslage

Im Südosten Hannovers entsteht Niedersachsens größtes Neubaugebiet „Kronsrode“. Der entstehende Stadtteil soll der angespannten Situation aus akutem Wohnraummangel sowie stetig steigenden Bau- und Mietpreisen entgegenwirken und umfasst rund 4.000 Wohneinheiten auf 37 Baufeldern. Hier werden zukünftig bis zu 8.000 Bewohner*innen ein neues Zuhause finden: draußen in der Stadt. Dazu wird eine Infrastruktur mit Geschäften, sozialen Einrichtungen, Gastronomie, Grundschule und Kindertagesstätten aufgebaut. Die Einkommensstruktur wird vollständig gemischt sein - hier ein Beispiel: Das zukünftige Wohnquartier Kronsrode Nord (insgesamt gibt es drei Abschnitte) wird rund 1.500 Haushalten ein barrierefreies und nachhaltiges Zuhause bieten. Die Haushalte unterteilen sich in ca. 1.400 Mietwohnungen, davon ca. 375 geförderte Wohnungen und rund 100 Townhouses. Der Anteil an Sozialwohnungen beträgt rund 25% und ist Haushalten mit geringem und mittlerem Einkommen vorbehalten. Das Projekt "Gute Nachbarschaft" hat damit ein großes Quartier im Fokus, das sich in der Aufbau- und Entwicklungsphase befindet. Der Aufbau eines nachbarschaftlichen Miteinanders hat derzeit noch starken "Präventions"-Charakter, da das Wohngebiet noch in der Entstehung ist. Damit soll insbesondere einer zu erwartenden Anonymisierung und "Trabantisierung" entgegen gewirkt werden. Aufgrund der großen Heterogenität der Bewohner (Einkommen, soziodemografische Merkmale) ist es besonders wichtig, individuelle, sehr unterschiedliche Bedarfe in der Nachbarschaft konzeptionell berücksichtigen zu können (anders als beispielsweise in "Problembezirken" mit vermeintlich bekannten Konfliktfeldern/Angeboten zu deren Lösung).

Ansatz und Methodik

Im Sinne von GWA definieren wir die Kernaufgaben der Koordinationsstelle wie folgt: Aufbau und Stärkung der Vernetzung von Personen/Organisationen auf (individuelle/institutionelle Vernetzung) in unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen. Pflege der Netzwerke, Finden neuer Netzwerkpartner. Begleitung und Koordinierung sowie "Ausbildung" des Kümmerer-Netzwerks, das aus der Bewohnerschaft selbst ent- und besteht. Stabilisiert das Netzwerk und schaft sinnvolle Symbiosen und Kooperationen. Mobilisiert Akteure und hilft den Netzwerkpartnern, nachhaltige sachliche und personelle Strukturen aufzubauen. Initiiert Dialog-/Austauschformate (Treffen, etc.). Die KoordinatorIn evaluiert Angebote und unterstützt bei notwendigen Anpassungen und geeigneten Massnahmen zur Kommunikation/Bekanntmachung. "Marketing" und Mitgestaltung/Weiterentwicklung des Projekts. Unterstützung und Hilfestellung bei Förderanträgen, Akquise von Fördermitteln mit dem Ziel, die nachhaltige Finanzierung der Stelle bedarfsgerecht längerfristig sicherzustellen.