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Interkultureller Willkommens- und Begegnungsort DOM für Geflüchtete und Einheimische

Begegnungsort für geflüchtete und einheimische Familie

dom 2022

Das Projekt

Mit dem Schaffen eines Mittagtisches werden wir die ältere Bevölkerung aus der Isolation holen und mit dem Gemeindehaus Begegnungen schaffen. Alle Menschen sollen den Mittagstisch nutzen können. Hier können neue Bekanntschaften geschlossen werden. Wir werden das Mittagsangebot nutzen, um Bedürfnisse zu ermitteln. Hierzu möchten wir ganz besonders die noch aktiven Senioren ermutigen, sich beim Kochen einzubringen und so einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. Das Gefühl des „gebraucht werdens“ und ein aktiver Teil eines Teams zu werden, ist Teil des Projekts. Darüber hinaus werden wir bei den Geflüchteten intensiv nach Helfenden suchen. Wir werden zu themenbezogenen Veranstaltungen Kleingruppen einladen und diese gezielt nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen. Hierbei sollen die hiesigen Vereine und Institutionen angesprochen werden. Im weiteren Verlauf werden wir dann gruppenübergreifende Workshops und Mitmachaktionen vor Ort schaffen. Ein offenes Konzept mit soziokulturellen Angeboten für alle Altersklassen soll zu einem regen Austausch unterschiedlicher Menschen führen. Das Augenmerk liegt immer darauf, möglichst viele unterschiedliche Menschen, auch unterschiedlicher Nationen, für ein Projekt zu begeistern und sich selbst einzubringen. Gemeinsam sollen Strukturen und eigene Ideen ausgearbeitet und gestaltet werden. Die Angst vor Fremden soll genommen werden und eine Akzeptanz soll geschaffen werden. Die Herausforderung der unterschiedlichen Werte und Erfahrungen soll angegangen werden. In Hinblick auf einen zunehmenden Rechtsruck in Deutschland möchten wir eine Begegnungsstätte für alle Menschen schaffen und diese miteinander verbinden. Wir wollen erreichen, dass die Menschen aus dem Ortsteil sich miteinander verbinden und sich gegenseitig helfen. Eine Art Nachbarschaftshilfe soll entstehen. Begegnung und Beteiligung aller trägt zum Gelingen des Miteinanderlebens bei. Der Quartierstreff soll ein Ort sein, in dem sich Menschen, egal welcher Herkunft und welchen Alters, auf Augenhöhe begegnen.

Ausgangslage

Im Jahr 2024 sollte die ehemalige Kaserne im Ortsteil Altenwalde zu einem Ankunftszentrum ertüchtigt werden. Zu diesem Zweck haben wir einen Antrag auf Förderung eines Quartierstreffs an die LAG gestellt. Dieser ist im Juni 2023 bewilligt worden. Der Bau des Ankunftszentrums wird sich allerdings zeitlich verzögern. Ein genaues Datum der Eröffnung ist final nicht absehbar. Da sich die Ausgangslage drastisch geändert hat, möchten wir die Zeit nutzen, einen Begegnungsort zu schaffen, in dem das interkulturelle Miteinander erlebt, Vielfalt erlernt und gelebt werden kann. Die Ankündigung auf ein zukünftiges AZ hat die Bevölkerung verunsichert, der Bau des AZ stößt auf Ablehnung. Der Anteil der Geflüchteten im Ort wird mit dem AZ von 1% auf 15% steigen. Da wir in die Planungen involviert sind, stellen wir fest, dass die Verwaltung im Wesentlichen den Betrieb des AZs im Visier hat, nicht aber den Ortsteil und die Bevölkerung. Mit der Errichtung des Quartierstreffs wollen wir Vorurteile nicht entstehen lassen bzw. abbauen. Besonders die älteren Menschen und junge Familien reagieren mit Angst und Vorbehalten. Hier können wir die vorhandene Zeit für Befragungen in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen nutzen, um mit gezielten Angeboten die Menschen miteinander in Verbindung zu bringen und Akzeptanz zu schaffen. Wir merken, dass die Anwohner Begleitung im Umgang mit den veränderten Lebenswirklichkeiten benötigen. Sie brauchen die Möglichkeit der Mitgestaltung und das Gefühl des „ernst genommen“ werden.

Ansatz und Methodik

Die Kirchengemeinde ist seit Jahren konzeptionell und methodisch im Bereich der GWA aktiv. Zielgruppen mit ihren Bedürfnissen, Interessen und Kompetenzen stehen im Mittelpunkt.34% der örtlichen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Daraus ergeben sich Probleme der Immobilität und daraus soziale Armut. Oft kommt die monetäre Armut hinzu. Durch den Ausbau eines Quartierstreffs für alle Menschen aus dem Ortsteil werden verschiedene Aspekte der GWA aufgenommen. Im Konzept werden primär die Senioren in den Blick genommen, darüber hinaus sollen aber alle Menschen aus dem Ortsteil angesprochen werden. Ganz besonders Familien und ältere Menschen. Ein niedrigschwelliger Begegnungsort soll entstehen. Dabei sind Selbstorganisation, Partizipation und Durchmischung der Zielgruppen das wesentliche Prinzip. Da auf der Teilhabe am sozialen Leben für die ältere Bevölkerung das Hauptaugenmerk liegt, achten wir auf barrierefreie Zugänge, die unterschiedlichen Interessen der Akteure und bedarfsgerechte Angebote. Die Akteure entwickeln gemeinsam diese Angebote, die auch unter der Beteiligung der Mitwirkenden durchgeführt werden. Der Quartierstreff und seine zwei hauptamtlichen Kräfte fungieren als Mittler zwischen den Seniorinnen und Senioren und den Familien aus allen Kulturen. Ferner wird ein Augenmerk auf gesunde Ernährung gelegt. Mit dem begleiteten Begegnungsort wird eine Symbiose zwischen den Einwohnern geschaffen. Bedürfnisse und Erfahrungen der Senioren paaren sich mit denen der Familien.