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Mit Leib und Seele - eine Küche als Ausgangspunkt für Begegnung für die ganze Gemeinde

Mit Leib und Seele - eine Küche als Ausgangspunkt für Begegnung für die ganze Gemeinde (Stärkung und Förderung des Gemeinwesens im Themenfeld von Verpflegung, Nachhaltigkeit und Bildung)

Das Projekt

Das Projekt „Leib und Seele“ hat zum Ziel, nachbarschaftliche Strukturen in den Dörfern sichtbar zu machen, zu fördern, Themen der Menschen zu eruieren sowie gemeinsam Ideen zu entwickeln und an deren Umsetzung zu arbeiten. Ziel ist, das Gemeinwesen und den Zusammenhalt in den zunehmend durch Zuzug und Verstädterung belasteten Ortsteilen zu stärken. Hierfür werden Bedarfe und Strukturen in den Ortsteilen erhoben und die Selbstorganisation und Selbststärkung des Gemeinwesens unterstützt. Dies geschieht durch eine hauptamtliche Koordination, die die Aktivitäten initiiert, unterstützt und durchführt. Beginnend mit einer Analyse bestehender Netzwerke und Strukturen in den Ortschaften wird es in einem 2. Schritt um die Einbindung von weiteren Kooperationspartnern gehen. Eine Beteiligung der örtlichen Bevölkerung soll durch Methoden wie aktivierende Befragung, Werkstattforen und die Einbindung nachbarschaftlicher Strukturen erfolgen. Es gibt bereits zum jetzigen Zeitpunkt viele interessierte Kooperationspartner wie den Ernährungsrat „Moin! Ernährung“, die Kommune und die Kirchengemeinden. Starten soll die Projektarbeit aus dem „Haus für das Gemeinwesen“ in Bexhövede, von dem aus auch die Ortsteile Stotel und der Kernort Loxstedt in den Blick genommen werden sollen. In diesem Haus befindet sich neben der Kita auch die Küche, die perspektivisch die Funktion eines Treffpunkts übernehmen soll. Die Küche knüpft hierbei an die ländliche Tradition einer Küche als Begegnungsraum an. Hier kann Gemeinschaft und Engagement erlebt, aber auch beraten und unterstützt werden. Durch die in der Küche stattfindende Essensausgabe sollen zukünftig auch Menschen vor Ort ein Essen bekommen. Essen als Kristallisationspunkt von Gemeinschaft, Solidarität, Engagement und Bedürfnisorientierung. Mit dem Projektansatz soll auch (auch als Modell für die anderen Ortsteile) ein Lastenheft für die Küchen-Betreiber erstellt und geprüft werden, inwiefern die dortigen Räumlichkeiten für den Sozialraum geöffnet werden können. Fragen zum Anbau/Produktion, zur Qualität des Essens, der Nachhaltigkeit und Regionalität sind ebenso Bestandteil wie auch übergreifende Aspekte der Wertschätzung des Essens sowie der Ernährungsbildung im alltäglichen Leben. Die ggf. anfallende Überproduktion soll z.B. dazu genutzt werden, Mittagstische (für Ältere, Bedürftige, Homeoffice-Arbeitende, Interkulturell…) anzubieten. Im übertragenen Sinn: „Eine Küche als Begegnungsort für die ganze Gemeinde“.

Ausgangslage

Es bestehen sehr unterschiedliche Ausgangslagen in den Ortsteilen: Stotel: zum Teil sehr hoher Migrationsanteil; Kernort Loxstedt: zunehmende Verstädterung durch starken Zuzug und Bau von Mehrfamilien-/Mietshäusern; Bexhövede: zumeist finanziell stabile Einwohnerschaft, wobei Zusammenhalt in Dorfgemeinschaft durch Pandemiezeit sowie Bau neuer Einfamilienhaus-Wohngebiete und Zuzug neuer BewohnerInnen gelitten hat. Trotz insgesamt 10.300 EW zusammen in den drei Ortsteilen ist das Gebiet sehr ländlich geprägt mit einem mangelhaften ÖPNV-Angebot und einer hohen Auspendlerquote. Die Ortsteile verfügen über unterschiedlich aktive Dorfgemeinschaften und Vereine. Es bestehen Treffpunkte, die jedoch zumeist nur von einzelnen Zielgruppen oder Milieus besucht werden. Nachbarschaftliche Strukturen sind vorhanden aber bisher noch nicht weiter eruiert. Dies zu erfahren und zu nutzen ist auch Inhalt der Projektarbeit. Die Menschen vor Ort sind, nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Migrationshintergründe oftmals für sich. Über das Thema Küche, Essen, Essenszubereitung und Begegnung der Kulturen, sollen Begegnungsräume entstehen. Mit dem Projekt sollen folgende Handlungsfelder der GWA gestärkt werden: „Soziale Aktivität-Zusammen leben-Gesundheitsförderung“. Die drei Ortsteile verfügen jew. über Grundschulstandorte mit Kitas und Hort. Derzeit werden diese durch unterschiedliche Caterer mit Mittagessen versorgt. Da in diesen Einrichtungen bisher kaum eine Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit, Erzeugung u. Verarbeitung von regionalen Lebensmitteln stattfindet, ist auch hier daran gedacht das Handlungsfeld „Schule und Bildung“ der GWA-Arbeit zu bearbeiten.

Ansatz und Methodik

Die Interessen und Themen der Menschen stehen im Zentrum der Beteiligung. Über Bürgerforen und gezielte Ansprache von unterschiedlichen Zielgruppen (unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen) sollen die Bedarfe in den Gemeinwesen der Ortsteile erhoben werden. Ausgehend von den Themen Verpflegung, Nachhaltigkeit, Bildung und Zusammenleben werden mit den Menschen vor Ort Lösungsansätze gesucht. Hierbei sollen die Stärken und Ressourcen der Menschen herausgearbeitet und diese aktiv in die Arbeit eingebunden werden. Neben der Stärkung der Gemeinschaft soll über die Möglichkeit der Selbstorganisation eine Form des Engagements gefördert werden, die es unterschiedlichen Gruppen ermöglicht die vorhandene Infrastruktur für ihre Interessen zu nutzen. Da es sich hier um eine Gebietsentwicklung handelt, soll hier ebenenübergreifend gehandelt und gedacht werden. Dies bedeutet Kooperationspartner, wie die Kommune und der Ernährungsrat der Region Bremerhaven/Cuxhaven u.a. werden aktiv in die Arbeit mit einbezogen. Bestehende Netzwerke sollen genutzt oder aber je nach Bedarf auch entwickelt werden. Die Kommune als Kooperationspartner hat großes Interesse über den Ansatz der Gemeinwesenarbeit das Projektgebiet zu entwickeln und zu gestalten. Ergebnisse der gemachten Erfahrungen sollen in kommunale Entwicklungen einfließen und nicht zuletzt in einer Imageverbesserung der Region enden.