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Vesperkirchen in Hannover

Gemeinsam zu Tisch - Nachbarschaft im Quartier stärken

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Das Projekt

Die Vesperkirche will Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch bringen, bei einem Abendessen mit Impulsen, aktivierendem Begleitprogramm und anschließendem Kulturprogramm. Mitten im Stadtteil schafft die Vesperkirche offene Begegnungsräume für unterschiedliche soziale Milieus. Dazu werden für 15 Tage die Kirchentüren geöffnet. Menschen werden unabhängig von ihren Ressourcen eingeladen und gastlich bewirtet, soziale Teilhabe wird erfahrbar. Erwartet werden pro Vesperkirche 5.000 Besucher*innen, 3.000 ausgegebene Essen, mind. 100 Ehrenamtliche/Freiwillige, 20 soziale Akteure. Menschen im Stadtteil werden aktiviert, sich einzubringen und gestaltend tätig zu sein. Einrichtungen, Initiativen, Vereine und einzelne Akteure aus dem Sozialraum sowie Gruppen und Kreise aus dem Bezug von Kirche und Diakonie sind bei der Gestaltung des Programms beteiligt und prägen die Vesperkirche in besonderer Weise. Das Begleitprogramm auf dem Kirchplatz hat einen praktischen Nutzen für die Menschen des Stadtteils und inspiriert. Gleichzeitig ermöglicht es einen niedrigschwelligen Zugang zur Vesperkirche. Nach einer Pilotphase in 2019 soll nun das Modell in verschiedene Stadtteile übertragen werden. Jedes Jahr sollen bis zu drei Versperkirchen an unterschiedlichen Standorten durchgeführt werden. Die Vesperkirchen werden zentral koordiniert und organisatorisch unterstützt.

Ausgangslage

Gesamtgesellschaftlich ist erkennbar, dass die Unterschiede zwischen sozialen Gruppen immer größer werden. Die sogenannte „Schere“ zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Dies bringt mit sich, dass sich bestimmte gesellschaftliche Gruppen innerhalb ihrer Stadtteile und Kommunen nicht mehr begegnen. Folglich kommt es dazu, dass bestimmte soziale und kulturelle Gruppen Angebote sozialer Akteure nicht nutzen oder erschwerte Zugangsbedingungen haben. Es bilden sich Nebengesellschaften. In der Stadt Hannover zeigt sich das unter anderem an der prekären Lage wohnungsloser Menschen. Schätzungsweise 4000 Wohnungslose gibt es stadtweit. Wohnungslosigkeit geht häufig mit dem Ausschluss aus sozialen Kontexten einher. Die Teilhabemöglichkeiten sind hier besonders eingeschränkt. Insgesamt fehlt es an Raum für Begegnungen und Verständnis, an Kenntnis über vorhandene Angebote und Anlaufstellen oder Ansprechpartner*innen, an Aktivierung und Zusammenhalt vor Ort im Sozialraum.

Ansatz und Methodik

Als Gäste stehen die Bewohner*innen bei der Vesperkirche im Zentrum. Dafür ist die Einbindung der Sozialen Akteure aus dem Stadtteil wichtig. Die beruflichen Mitarbeitenden haben aufgrund ihrer Fachlichkeit und ihrer Ressourcen eine besondere Bedeutung. Die Vernetzung und Zusammenarbeit dieser Mitarbeitenden wird gestärkt, ob aus dem Kontext von Schule, Familienzentrum, Kindergarten, Polizei oder KSD, etc. Das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt bietet Schnittflächen und schweißt zusammen. Nicht nur die vielen Ehrenamtlichen/Freiwilligen, sondern darüber hinaus die vielen Bewohner*innen als Gäste der Vesperkirche erhalten Kontakte zu den beruflichen Mitarbeitenden. Sie können als Ansprechpartner*innen wahrgenommen werden, und ihre Einrichtungen liegen quasi um die Ecke. Es ist wichtig, voneinander zu wissen.