Vereinsamung bekämpfen - trotz Kontaktbeschränkungen! Jung und Alt digital.
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Das Projekt
Ältere Menschen bleiben immer länger in ihrem eigenen Wohnumfeld. Neben vielen positiven Effekten führt dies auch zu Vereinsamung der Menschen und Überalterung von Quartieren. In zwei Wolfsburger Quartieren, die über ein städtisches (Nordstadt) und ein städtisch gefördertes (Detmerode) Quartiersmanagement verfügen, wollen wir eine in das jeweilige QM integrierte Besuchs-Infrastruktur etablieren, die vereinsamende Menschen unter Beachtung der geltenden Datenschutzrichtlinien aufspürt, die junge und ältere Ehrenamtliche als Besucher findet und stabile peer-to-peer-Beziehungen ("Tandems") etabliert, die ergänzend zu den Pflichtaufgaben von Pflegediensten und Sozialverwaltung die Kommunikation der Vereinsamenden mit ihrer Umgebung neu etabliert und ausbaut, um zugleich die nachbarschaftlichen Beziehungen im Quartier zu verbessern.
Unter dem Zeichen der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise, die möglicherweise über Jahre hinaus Gültigkeit behalten werden, wollen wir digitale Kommunikationswege abseits von und ergänzend zu bekannten Plattformen aufbauen, die es ermöglichen, die Kommunikation per Text, Sprache und Bild aufrecht zu erhalten und persönliche Treffen der Tandems flexibel abstimmbar zu halten. Dabei wollen wir niedrigschwellig auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten der älteren Menschen eingehen. Dazu gehört auch der nötige Support, der die Lösung aus IT-Standards aufbaut und bei Problemen eingreift.
Wir greifen dazu auf das Netzwerk unserer Stiftung in Wolfsburg zurück. Dazu gehören unter anderem die NEULAND Wohnungsgesellschaft (Stifterin, im Kuratorium vertreten), der Senioren- und Pflegestützpunkt des Sozialdezernats der Stadt Wolfsburg (Dezernat im Vorstand vertreten), das Digitaldezernat , die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule , die evangelische Familienbildungsstätte, die Diakonie und die Caritas sowie eine Reihe von mittelständischen Unternehmen. Mit allen diesen sind wir durch mehrjährige Projektarbeit verbunden.
Die dazu nötigen Teilprojekte werden im Projektverlauf ausführlich beschrieben. Die NEULAND Stiftung wird dabei Träger des Dienstes sein und die überfangende Projektleitung für den Förderzeitraum etablieren. Wir wollen stiftungsbezogene Förder- und Organisationsstrukturen für die Zukunft etablieren, um nach Projektende den Dienst als Ankerprojekt der NEULAND Stiftung fortzuführen.
Ausgangslage
Acht Millionen der über Sechzigjährigen in Deutschland fühlen sich einsam oder isoliert. Ambulante Hilfsdienste und Pflegeeinrichtungen gewährleisten die lebensnotwendige Versorgung, nicht aber menschliche
Nähe, Zuwendung und Gespräche. Viele einsame ältere Menschen wünschen sich einen Menschen, mit dem sie sich austauschen können und der einfach etwas Zeit für sie hat. Übertragen auf Wolfsburg bedeutet dies, dass potentiell 12.000 Menschen vereinsamt sind oder sich einsam fühlen.
Wolfsburg ist geprägt von Quartieren, die zu diskreten Zeitpunkten errichtet und bezogen wurden. Die Menschen in diesen Quartieren altern quasi "im Gleichschritt", sodass aufgrund der Standorttreue der Menschen die Quartiere überaltern. Die Stadt Wolfsburg verfolgt diese Entwicklung aufmerksam und hat daher in der Nordstadt ein Quartiersmanagement mit Fokus auf ältere Menschen eingerichtet.
Überalternde Quartiere führen zugleich zur Überalterung der Bausubstanz, die dazu führt, dass aufgrund günstiger Mietpreise vorwiegend sozial schwache Familien nachziehen. Die drohende Ghettoisierung dieser Quartiere ist eine weitere Herausforderung, der durch die Förderung nachbarschaftlichen Kontakts entgegengewirkt werden kann. Die NEULAND Wohnungsgesellschaft hat daher das Quartier Detmerode im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht nur deutlich modernisiert, sondern auch ein generationsübergreifendes Quartiersmanagement etabliert.
Die operative Umsetzung nachbarschaftsfördernder Maßnahmen wird in beiden Quartieren vom Quartiersmanagement gewünscht, kann aber nicht selbst geleistet werden. Hier setzt unsere Initiative an.
Ansatz und Methodik
Partnerbesuchsdienst digital wendet sich - wie die GWA - direkt an die immateriellen Bedingungen (besonders die Qualität sozialer Beziehungen und die Partizipation) unter maßgeblicher Einbeziehung der Betroffenen.
Partnerbesuchsdienst digital integriert - wie die GWA - die Bearbeitung individueller und struktureller Aspekte in sozial- und stadträumlicher Perspektive. Er fördert Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation junger und älterer Menschen wie eine Generationenbrücke.
Die NEULAND Stiftung Wolfsburg baut den Partnerbesuchsdienst unter Nutzung seiner Netzwerke und fördert damit in neu geschaffenen Kooperationsstrukturen das gegenseitige Verständnis von kommunalen und privatwirtschaftlichen Strukturen.
Der Partnerbesuchsdienst stellt in der Etablierung von Besuchs- und Supportstrukturen bei jungen Menschen sowohl Bildungsarbeit als auch sozialpolitisch Ausrichtung dar. Der sozialpolitische Aspekt betrifft ebenso den Einbezug älterer Menschen in die Kommunikation mit den Vereinsamenden.
Kern des Partnerbesuchsdienst digital ist die Tätigkeit von professionellen, dafür bezahlten Fachkräften in der Projektleitung, Schulung und Supervision, um eine nachhaltige, über die Projektdauer hinausweisende Wirksamkeit sicherzustellen. Dabei werden bestehende Schulungs- und Supervisionsangebote identifiziert und im Sinne der netzwerklichen Kooperation eingebunden.