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Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat

Zueinander finden und gemeinsam neue Wege gehen

Das Projekt

Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" richtet sich an Neu- und Altbürger_innen des Landkreises Goslar und im Speziellen an die Bürger_innen in der Stadt Goslar. Es soll eine Begegnungsstätte für Neu- und Altbürger_innen geschaffen werden, in der man sich trifft, austauscht, im Alltag unterstützt und neue gemeinsame Wege geht, indem man sein Gegenüber und dessen kulturellen und sozialen Hintergrund kennenlernt, versteht und respektiert. Nur dann können gemeinsam neue Erinnerungen geschaffen werden. Darüber hinaus soll ein langfristiges Netzwerk der Bürger_innen in der Stadt Goslar entstehen, welches seinen Kern - in Form einer festen Anlaufstelle - bei uns hat. Somit wird die Begegnungsstätte fester Anlaufpunkt für ein generations- geschlechts-, Kultur- und Ethnien- übergreifendes Zusammenleben. Das Projekt soll im AWO-Kreisverband Region Harz e.V. verankert werden. Dort besteht bereits Kontakt zu allen in dem Projekt anzusprechenden Personenkreisen. Altbürger_innen werden durch die räumliche Nähe des Wohnortes und über die vorhandenen Mitglieder der AWO in der Region (etwa 90 im Projektgebiet und 800 im Gesamtgebiet) sowie die Nähe und den engen Kontakt zu den Neubürger_innen durch die bei uns etablierte Migrationsberatung (in unserem Hause sowie an Standorten innerhalb des Gesamtgebiets) angesprochen werden. Neben dem bereits vorhandenen potentiellen Personenkreis von 0 - 100 Jahren besteht weiterhin ein großes Potential durch den zentral gelegenen Standort. Die (bereits) vorhandenen Kanäle sollen genutzt werden, um die Personen zielgerichtet zusammenzuführen und gemeinsam Vorurteile abzubauen und neue gemeinsame Erinnerungen zu schaffen und somit die Skepsis und Vorurteile gegenseitig abzubauen. Begleitet wird das Projekt von einer hauptamtlichen konstanten Ansprechpartnerin, welche Projekte mit den interessierten Bürger_innen ausarbeitet, bei der Realisierung unterstützt und grundsätzlich als Vermittlerin/Ansprechpartnerin agiert. Mögliche Projekte sind dabei gemeinsame Koch/-Backnachmittage (Strukturen sind bereits vorhanden), Schaffung eines gemeinsamen Raumes zum Austauschen, Lernen (wie beispielsweise niederschwellige Sprachkurse für weibliche Migrant_innen, bei gleichzeitiger Kinderbetreuung vor Ort), entdecken der Vielfalt der verschiedenen Kulturen, gemeinsame (Kultur-) Ausflüge, Spielnachmittage oder geselliges Beisammensein und "quatschen".

Ausgangslage

Goslar ist eine ländliche Stadt mit einem hohen Altersdurchschnitt. Neben dem demographischen Wandel, dem rasant gestiegenen Zugang von Neubürger_innen sowie der Ausgangslage einer wirtschaftlich schwachen Region und der damit einhergehenden Arbeitslosenquote von 14,3% (Anmerkung:bezieht sich auf den kompletten Landkreis Goslar; Stand: 2009) liegt die Stadt weit über dem niedersächsischen Durchschnitt. Dies birgt für den Integrationsprozess der Neubürger_innen erhebliche Risiken. Es besteht die Gefahr, dass Altbürger_innen sich von der enormen Steigerung der Neubürger_innen – welche in kürzester Zeit stattgefunden hat – eingeschüchtert und verängstigt fühlen. Das führt zu einer steigenden Skepsis gegenüber den Neubürger_innen. Ebenso hat die negative Berichterstattung der Presse bereits dazu beigetragen, dass Altbürger_innen, speziell die Bürger_innen im hohen Alter, sich vermehrt zurückziehen und Vorurteile und Abneigungen gegen die Neubürger_innen aufbauen. Durch diese ablehnende und/oder skeptische Haltung besteht die Gefahr, dass sich die Neubürger_innen in der neuen Heimat nicht willkommen fühlen und als Reaktion vermehrt in den bekannten kulturellen und sozialen Kreisen verkehren. Grund für beide Reaktionen ist meist ein Mangel der Kenntnis des anderen kulturellen und sozialen Hintergrunds. Dies führt zu einer Bildung von vorurteilsbehafteten Parallelgesellschaften. Dies gilt es zu verhindern, indem man mit hauptamtlicher Tätigkeit eine Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen schlägt und gemeinsam neue Erfahrungen schafft. Dadurch wird den Altbürger_innen die Angst genommen und die Neubürger_innen werden in der vorhandenen Gesellschaft aufgenommen und integriert.

Ansatz und Methodik

Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" versteht sich als eine Mischung beider Konzepte. Sieht die Quartiersmanagementarbeit die TOP-DOWN-Strategie vor, in der eine feste Strategie die Handlungsfelder und Vorgehensweise vorgibt, so verfolgt die Gemeinwesenarbeit den Ansatz der BOTTOM-UP-Strategie und demnach eine Strategie, in der Bürger_inneninitiativen gefördert und unterstützt werden. Da unser einen Rahmen und eine grobe Strategie sowie hauptamtliche Tätigkeit für die Erreichung der Ziele vorgibt, ist es unter der Rubrik Quartiersarbeit anzusiedeln. Es gibt feste Vorhaben und einen festen Rahmen (Örtlichkeit; hauptamtliche Mitarbeiter_innen; feste Vorstellungen, welche Gruppen angesprochen werden sollen; erste Veranstaltungsideen...). Allerdings setzt das Projekt ebenfalls auf die Initiativen und Ideen der Neu- und Altbürger_innen. Ziel ist es, dass gemeinsam neue Projekte/Angebote geschaffen werden. Dies soll durch die Unterstützung/Leitung von hauptamtlicher Tätigkeit in Zusammenarbeit und mit dem Engagement der ehrenamtlichen Neu- und Altbürger_innen erfolgen. Diese sind maßgeblich für die inhaltliche Ausrichtung und Entwicklung des Projekts verantwortlich. Somit wird hier eine Brücke zur Gemeinwesenarbeit geschlagen und man kann festhalten, dass es den (schwachen) Ansatz des Quartiersmanagement verfolgt, indem es ebenfalls den Ansatz der Gemeinwesenarbeit als Kernaspekt in seinem Konzept integriert hat.