1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Lennart Helm
| Funktion | Leiter Geschäftsstelle |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Erhalt der Autonomie und Mobilität von Senior*innen im Quartier durch assistive Technologien - Praxis und wissenschaftliche Begleitforschung
Projektbeschreibung
Räumliche Orientierung, und damit das eigenständige Zurücklegen von Wegen, ist eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe und Autonomie im Alltag. Menschen mit räumlichen Orientierungsstörungen durch Alterungsprozesse oder Demenz haben Probleme dabei, sich in ihrer unmittelbaren Umgebung zurechtzufinden. Um möglichst lange in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können, ist eine selbstständige Mobilität eine wichtige Voraussetzung. Digitale Technologien können eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Inklusion und Teilhabe von vulnerablen Personengruppe spielen, kommen jedoch noch selten zum Einsatz, verstärkt durch die Schere, die durch fehlende digitale Teilhabe von Älteren besteht. Augmented Reality Technologien (AR) möglichen, dass in das Sichtfeld des Nutzenden zusätzliche digitale Informationen eingeblendet werden. Dies kann mittels des eigenen Smartphones umgesetzt werden. Durch die direkte Einblendung profitieren Menschen mit kognitiven Einschränkungen, da der bei klassischen Navigationsverfahren (z.B. Google Maps) notwendige mentale Transfer zwischen zweidimensionaler Karte und Umgebung entfällt. Das Projekt nutzt den Prototyp der Companion App, der an der Ostfalia Hochschule von Prof. Sandra Müller und Prof. Ina Schiering entwickelt wurde. Diese App basiert auf dem Landmarken-Ansatz, bei dem ein Weg durch markante Orientierungspunkte dargestellt wird. Ziel des Projekts ist es, den Prototyp in einem konkreten Anwendungsfall einzusetzen, zu erproben und die landesweite Übertragung zu ermöglichen. Der Anwendungsfall ist das AWiRA Wohncafé der AWO in Salzgitter-Fredenberg als eine zentrale Anlaufstelle zu allen Fragen rund um den Alltag von Senior*innen. Im Projekt sollen Senior*innen des Quartiers die App nutzen können um selbstständig mobil zu bleiben. Hierfür werden zwei Freiwillige vor Ort geschult, die den Nutzer*innen bei dem Einsatz der App Fragen zur Seite stehen. Ziel ist es, dass mindestens 25 Senior*innen die App regelmäßig für ihre Wege nutzen. Das Projekt sieht einen starken forschenden Schwerpunkt vor. So soll die Leitfrage adressiert werden, wie der öffentliche Raum bei der Orientierung wahrgenommen wird. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung durch die Ostfalia Hochschule wird die Akzeptanz gemessen und die App entsprechend der Rückmeldungen zur Nutzbarkeit und Barrierefreiheit weiterentwickelt. Nach der Erprobungsphase sollen die Erkenntnisse der Begleitforschung und die App dem Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.
Laufzeit
2025-09-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Räumliche Orientierung, und damit das eigenständige Zurücklegen von Wegen, ist eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe und Autonomie im Alltag. Menschen mit räumlichen Orientierungsstörungen durch Alterungsprozesse oder Demenz haben Probleme dabei, sich in ihrer unmittelbaren Umgebung zurechtzufinden. Um möglichst lange in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können, ist eine selbstständige Mobilität eine wichtige Voraussetzung. Fredenberg ist ein Wohngebiet von Salzgitter-Lebenstedt, der sich durch einen hohen Anteil von älterer Bevölkerung auszeichnet. In den 60er-Jahren wurde Fredenberg als Wohnsiedlung für die angrenzenden Großbetriebe gebaut. In den 70er und 80er Jahren zogen sehr viele Familien mit türkischem Migrationshintergrund (Gastarbeiterfamilien) hinzu. Am Fredenberg leben außerdem noch etliche Erstmieter*innen, die jetzt Senior*innen sind. Die bauliche Situation im Fredenberg, die sich insbesondere durch viele Wohnblöcke auszeichnet, erschwert die Orientierung im Quatier von Menschen mit räumlichen Orientierungsproblemen. Um Alltagswege möglichst lange selbstständig und ohne menschliche Unterstützung absolvieren zu können un somit soziale Teilhabe von Älteren zu ermöglichen, braucht es innovative Ansätze, die es Älteren erlauben, sich im Alltag autonom mobil zu bleiben. Da menschliche Assistenz dabei an die Grenzen des Machbaren stößt und auch nicht immer gewünscht wird, sind innovative technische Lösungen gefragt.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Wohngebiet Fredenberg der kreisfreien Stadt Salzgitter im Stadtteil Lebenstedt
Beschreibung
Der Fredenberg ist ein Wohngebiet der kreisfreien Stadt Salzgitter im Stadtteil Lebenstedt, dem bevölkerungsstärkste der 31 Stadtteile Salzgitters. Der Fredenberg ist ein Wohngebiet mit sozialen Problemlagen. Mit Baubeginn der Reichswerke in den 1930gern kamen tausende Menschen aus Europa freiwillig und später zunehmend als Zwangsarbeitende in das Gebiet des heutigen Salzgitters. Die Arbeitskräfte benötigten dringend Wohnraum. Die Gemarkung Lebenstedt wurde als Zentrum des Wohnungsbaus festgelegt. In den 60er-Jahren wurde Fredenberg als Wohnsiedlung für die angrenzenden Großbetriebe gebaut. Damals haben sich viele deutsche Familien über die neuen Wohnungen gefreut. In den 70er Jahren zogen sehr viele Familien mit türkischem Migrationshintergrund (Gastarbeiterfamilien) hinzu. In den 90er Jahren wanderten viele Russlanddeutsche ein und fanden auch eine neue Heimat am Fredenberg.
Danach verkam der Fredenberg immer mehr, Wohnbaugesellschaften wechselten und es kam in den 2000er Jahren zu einem immer größeren Leerstand der Wohnungen. Von 2000 – 2013 war der Fredenberg “Soziale Stadt”.
Die Leerstands-Situation ermöglichte ab dem Jahr 2015 vielen meist syrischen geflüchteten Familien den Zuzug.
Am Fredenberg leben außerdem noch etliche Erstmieter:innen, die jetzt Senior:innen sind, aber leider wenig Kontakte zu den neu zugezogenen Familien haben. Der Fredenberg hat heute ca. 12.000 EinwohnerInnen.
Einwohnerzahl
12000
Quelle / Anmerkungen
Gebiet 62 der Stadt Salzgitter
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
55
Gesamtstadt in Prozent
29
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Daten aus dem Abschlussbericht Soziale Stadt Salzgitter-Lebenstedt https://www.salzgitter.de/leben/fredenberg.php
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Regionalmonotoring Statistik Niedersachsen https://www.regionalmonitoring-statistik.niedersachsen.de/
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Regionalmonotoring Statistik Niedersachsen https://www.regionalmonitoring-statistik.niedersachsen.de/
Projektgebiet in Prozent
18
Gesamtstadt in Prozent
18
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Regionalmonotoring Statistik Niedersachsen https://www.regionalmonitoring-statistik.niedersachsen.de/
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
fredenberg_karte_resized.png
(1.21 MB)
salzgitter-fredenberg_karte.png
(529.12 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Gemeinwesenarbeit (GWA) ist ein Konzept der Sozialen Arbeit, welches Orientierung für die professionelle Arbeit im Gemeinwesen bietet. Die GWA leistet einen wesentlichen Beitrag für die bedarfsgerechte Umsetzung sozial- und kommunalpolitischer Aufgaben und zur Sicherung demokratischer Verhältnisse.
Im vorliegenden Projektantrag steht die Aktivierung und Einbindung von Senior*innen im Quartier zur Verbesserung ihrer Mobilität im Vordergrund. Durch die Verbesserung und Erhaltung der Mobilität von Senior*innen mit innovativen Methoden wie dem Einsatz von assisitiven Technologien, z.T. mit beginnender Demenz, werden deren soziale und kulturellen Teilhabechancen erhöht. Durch die von uns geplante Schulung zur Nutzung von Smartphones im allgemeinen und der Companion App im Besonderen unter Einbeziehung von Ehrenamtlichen wird zum einen zusätzlich das Feld digitale Teilhabe adressiert und zum anderen generationenübergreifende Vernetzung angestrebt. Weiterhin soll durch aktivierende Befragungen auch weitere Lösungsideen von und mit den Betroffenen identifiziert werden. Die Erhaltung und Verbesserung der Mobilität von Senior*innen im Quatier verfolgt das langfristige Ziel der nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation, der Erhöhung der Lebensqualität und der Teilhabechancen aller Bewohner*innen des Quatiers durch die Bündelung von professionellen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten zu erhöhen.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
im Quartier 20 Senior*innen die App selbstständig nutzen können und sie ihnen beim Erhalt der Mobilität dient
Kriterium
Beschreibung
Die Technik dient dem Menschen. Die App soll nicht zum Selbstzweck verwendet werden sondern schafft einen realen Nutzen für die selbstständige Mobilität und Autonomie von Senior*innen
Kriterium
Beschreibung
Soziale Teilhabe von Senior*innen im Quartier ist verbessert durch Unterstützung bei der selbstständigen Mobilität durch die App. Die Beteiligung von Freiwilligen aus dem Quartier als Unterstützende dient dem intergenerationalen Austausch
Beschreibung
Erfahrungen aus der Begleitforschung des Projekts sollen mit anderen Akteuren überregional geteilt werden und die App zur Verfügung gestellt werden. Die Lösungsidee soll einen landesweiten Impuls bieten und übertragbar auf andere Quartiere sein.
Kriterium
Beschreibung
Bewohner*innen treten als Multiplikator*innen bei Veranstaltungen in anderen Regionen auf um von Erfahrungen zu berichten
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Das AWiRA ("AWO Wir Aktiv") Wohncafé des AWO Kreisverbands Salzgitter-Wolfenbüttel e.V. ist ein Nachbarschafts-Treff am Fredenberg.
Das AWiRA ist eine Anlaufstelle zu allen Fragen rund um den Alltag von Senior*innen. Es gibt Beratungen zu verschiedensten Themengebieten und Hilfestellungen, wenn Sie gebraucht werden. Zum Beispiel, wenn es um den Umbau des Bades geht oder ein Pflegegrad beantragt werden soll.
Bei den regelmäßig angebotenen Treffen geht es darum, gemeinsam aktiv zu sein und neue Bekanntschaften zu schließen. Jeden Tag gibt es im AWiRA zum Mittag etwas Leckeres zu essen.
Die Aktivitäten beinhalten vormittags Beratungen, Hilfe bei Handy und PC und einen Spaziergang durch den Fredenberg. An den Nachmittagen werden Karten gespielt, es wird Sitzgymnastik oder Kreatives Gestalten angeboten.
Die Woche schließt immer mit der Kaffeetafel bei selbstgebackenem Kuchen. Hierbei gibt es immer regen Austausch. Manchmal werden hierzu auch Vorträge angeboten. Die Senior*innen können sich die Themen wünschen.
Die regelmäßigen Besucher*innenzahlen liegen bei ungefähr 20-30 Senior*innen. Hinzu kommen etwa 30 Kund*innen in der ambulanten Versorgung.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Fredenberg Forum
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Leibniz Science Campus Postdigitale Partizipation Braunschweig
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Ostfalia Hochschule, Professur für Informatik Ina Schiering
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Geplant ist die kostenfreie Bereitstellung der Companion App für interessierte Kommunen und soziale Träger. Zudem werden weiterhin regelmäßige Schulungen von der AWO im Umgang mit der App angeboten. Die gewonnen Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung werden landesweit geteilt. Das Projektteam steht auch über das Projektende als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Umsetzungsbegleitung durch die Kontorsarbeit des Fachdienstes Soziales und Senioren sichert die Stadt Salzgitter zu.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
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