Gemeinsam Lernen im Quartier: Bildung für eine nachhaltige Gesellschaft
Miteinander lernen, füreinander da sein!
Das Projekt
Unser Konzept zielt darauf ab, ehrenamtliche Kräfte für die Bildungsarbeit im Stadtteil zu gewinnen und damit die Bildungschancen und -angebote im Stadtteil zu verbessern. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Zusammenarbeit von deutschen und zugewanderten Bewohnerinnen und Bewohnern, um voneinander zu lernen und zu profitieren.
In einem ersten Schritt wollen wir gezielt auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zugehen und sie für die Idee der ehrenamtlichen Bildungsarbeit begeistern. Dabei werden wir auch bereits bestehende Netzwerke und Strukturen im Quartier nutzen, um eine breite Basis an potenziellen Ehrenamtlichen zu erreichen.
In einem zweiten Schritt bieten wir Workshops und Fortbildungen an, die speziell auf die Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppen zugeschnitten sind. Ziel ist es, gemeinsam Kompetenzen zu erwerben, die für die ehrenamtliche Bildungsarbeit im Stadtteil nützlich sind. Dabei werden wir uns auf verschiedene Bildungsthemen konzentrieren, die im Stadtteil relevant sind, z.B. Deutsch als Fremdsprache, Hausaufgabenhilfe oder kulturelle Bildung. Hier sollen explizit beide Zielgruppen (Migrantinnen und Einheimische) voneinander profitieren. So können z.B. Einheimische im Tandem die Sprache der Migrantinnen (Türkisch, Arabisch, Persisch) lernen und umgekehrt Deutsch vermitteln.
In einem dritten Schritt werden wir gezielt Möglichkeiten schaffen, um die ehrenamtliche Bildungsarbeit im Stadtteil zu fördern und zu koordinieren. Dabei wollen wir insbesondere die Begegnung und den Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen fördern und so eine nachhaltige Zusammenarbeit im Stadtteil etablieren.
Unser Ziel ist es, eine breite Basis von ehrenamtlichen Kräften im Stadtteil zu gewinnen, die sich gemeinsam für eine bessere Bildung im Stadtteil einsetzen. Durch die Zusammenarbeit von deutschen und zugewanderten Bewohnerinnen und Bewohnern wollen wir einen Beitrag zur Integration leisten und eine lebendige gemeinsame Lernkultur im Stadtteil schaffen. Insbesondere sollen Vorurteile und der zunehmende Rassismus in der Stadt abgebaut werden.
Ausgangslage
In der bisherigen Situation wurde in vielen Stadtteilen die Teilhabe von Migrant:innen auch im Bereich des Ehrenamtes nicht gefördert. Häufig wurden Migrant:innen als Hilfeempfänger gesehen und nicht als potentielle Freiwillige, die ihrerseits Unterstützung anbieten können.
Es gab einheimische deutsche Helfer, die sich engagierten, die Migrant:innen wurden jedoch nicht als gleichwertige Partner:innen im Ehrenamt eingebunden. Dies führte dazu, dass sich parallelgesellschaftliche Strukturen bildeten, in denen sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen voneinander abschotteten. So engagieren sich z.B. syrische und türkische Communities ausschließlich in ihren Gemeinden. Genau in diesen Communities findet sich kein einziger Deutscher.
Unser Konzept zur Gewinnung ehrenamtlicher Kräfte im Quartier möchte diesem Problem entgegenwirken, indem wir Migrant:innen gezielt ansprechen und in den Mittelpunkt der ehrenamtlichen Arbeit stellen. Wir wollen ihre Kompetenzen und Potenziale fördern (Empowerment) und sie als gleichberechtigte Partner:innen im Stadtteil etablieren. Dabei geht es nicht nur um eine bessere Integration, sondern auch um die Stärkung des Gemeinwesens im Quartier insgesamt.
Als Migrantenorganisation haben wir erfolgreich gezeigt, dass eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Deutschen und Migrant:innen möglich ist. Wir unterstützen Migrant:innen bei der Lernförderung und haben dabei ehrenamtliche Kräfte mit und ohne Migrationshintergrund aktiv dabei. Durch unser Modellprojekt konnten wir dazu beitragen, dass Migrant:innen einen gleichberechtigten Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft und des Zusammenlebens im Stadtteil leisten können.