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Frauenräume

Frauenräume

Das Projekt

"Frauenräume" ist ein Projekt für Frauen, das in einem Quartier angesiedelt wird, das geprägt ist von Menschen mit Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind geflüchtet und nach 2015 nach Deutschland gekommen. Wir wollen den Frauen einen geschützten Rahmen anbieten. Dies meint ganz konkret geschützte Räume, zu denen nur sie Zugang haben. In sensiblen und geschützten Räumen, können sich Frauen mit gleichen oder ähnlichen Erfahrungen austauschen. Dies hilft dabei, die eigene Ausgrenzung oder Unterdrückung zu erkennen und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Für stark marginalisierte Gruppen ist es notwendig, diese Räume für eine zeitlich begrenzte Dauer für Andere zu schließen, damit Erfahrungen von z.B. psychischer und physischer Gewalt im geschützten Rahmen verarbeitet werden können. Die Herausforderung ist es, Menschen Hilfestellungen anzubieten, die sie nicht in einer eher passiven Rolle festigen, sondern die sie zur Entdeckung ihrer eigenen Stärken und ihrer Handlungsfähigkeit ermutigen. Mit Ansätzen des Empowerments wollen wir Frauen ansprechen und ihnen Gruppenangebote zur Verfügung stellen. Gruppen und Gesprächskreise stabilisieren den Integrationsprozess. Migrierte Frauen erfahren in ihnen Rückhalt und Unterstützung, besprechen dort ihre Fragen und Probleme und beraten sich gegenseitig. Angeboten werden:  Niedrigschwellige Angebote, um die Zielgruppen anzusprechen und zu motivieren, Themenspezifische Angebote  Persönlichkeitsbildende und stabilisierende Angebote, Kulturpädagogische Angebote,  Angebote zur Förderung des interkulturellen Miteinanders, Angebote zur Förderung der Selbstorganisation, Aufbau von Selbsthilfegruppen. 

Ausgangslage

Das Projekt soll im Stadtteil Vorwerk angesiedelt werden. Hier sind besonders drei Straßenzüge (Talweg, Himmelsberg, Nordfeld) prekär. Es handelt sich dabei um ehemalige Wohnungen der britischen Armee, die sich in Wohnblöcken befinden. Dies Quartier war schon immer geprägt von häufiger Fluktuation bei den Mieter*innen. Diese leben häufig von ALG2- Bezügen, kommen aus einem bildungsfernen Milieu und/oder sind alleinerziehend. Mit dem Zustrom von Geflüchteten 2015 kamen viele Menschen mit Migrationshintergrund in das Wohngebiet. Dies ist vom Rest des Stadtteils abgetrennt. Es gibt dort keinen Spielplatz, so dass die KInder häufig zwischen den Wohnblöcken oder Garagen spielen. In den Straßenzügen hat der Caritasverband Celle seit 15 Jahren Räumlichkeiten angemietet, in denen Kindergruppen angeboten werden und ein niederschwelliges Beratungsangebot für allgemeine Sozialberatung und Migrationsberatung vorgehalten wird. Hier wird besonders die Situation der Frauen deutlich, die häufig ihre Kinder betreuen und nicht schnell deutsch lernen, da ihnen die Bezüge und Anlässe fehlen. Viele Frauen haben durch die Flucht Traumatisierungen erfahren. Die Gruppe der geflüchteten Frauen ist keineswegs homogen. Vielmehr handelt es sich um eine Vielzahl von Individuen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen mit unterschiedlichen Aufenthaltsstatus, Herkunftsland, Alter, Religionszugehörigkeit, Familienstand sowie Bildungsstand und beruflichen Erfahrungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie bereits schwerwiegende Einschnitte in ihr Leben erfahren haben und Erfahrungen des Scheiterns, Verluste oder Ängste zu bewältigen haben.

Ansatz und Methodik

Mit dem Projekt soll das Grundverständnis der Gemeinwesenarbeit berührt werden, nämlich die Frauen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten zur Selbstveränderung zu entdecken und sie zu ermutigen, aktiv nach neuen Lebensperspektiven zu suchen, die ihnen ein selbstbestimmteres Leben und eine größere soziale Teilhabe ermöglichen. Es bedeutet also, die Frauen über die Umstände des eigenen Lebens (wieder) selbst bestimmen und Erfahrungen der Ohnmacht und Hilflosigkeit überwinden. Durch das Projekt sollen Frauen zusammengebracht und aktiviert werden. Dazu werden bereits bestehende Kooperationen mit Ehrenamtlichen und weiteren Akteurinnen im Stadtteil genutzt.