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Lobetal baut Brücken

Lobetal "baut Brücken"

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Das Projekt

Der Lobetalarbeit e.V. ist eine diakonische Einrichtung der Eingliederungshilfe. Der zugrundeliegender Eingliederungsauftrag lautet, Menschen zu befähigen, an Arbeits,-Bildungs,- und Freizeitangeboten teilzunehmen, auch wenn es erschwerte Voraussetzungen zu überwinden gilt. Die Lobetalarbeit will Brückenbauer sein und diese Intention auf alle, aber vorrangig auf benachteiligte in den Stadtteilen Heese und Wietzenbruch lebenden, arbeitenden Menschen übertragen: Und dafür geht Lobetal in die Nachbarschaft! Die Komplex-Einrichtung hat über 70 Jahre Erfahrung in den Stadtteilen, im Umgang mit Barrieren sprachlicher oder physischer Natur, aber auch Know-How, wie diese überwunden werden. Über 1000 in Lobetal lebenden Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung werden unterstützt, am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen. D. h. sie sollen gestärkt werden, mit den Menschen in den Stadtteilen zu leben und zu arbeiten, Konflikte im Alltag zu bewältigen. Und dafür braucht es einen Sozialraum in beiden Stadtteilen, in denen Begegnungen gestaltet werden! Inklusion und Teilhabe erfolgt nicht automatisch. So soll dieses Projekt "Lobetal baut Brücken" für die Stadtteile Heese und Wietzenbruch folgende Brücken bauen: Die erste Brücke: Aufbau einer Nachbarschaftshilfe und Ausbau einer Nachbarschaftshilfe-Börse von und mit benachteiligten Gruppen sein (inklusiv und integrativ). Die zweite Brücke: Entwicklung und Nutzung von Orientierungshilfen mit einfacher Sprache oder Bildsprache in Form von Buttons, die „sprechen“ können oder selbsterklärenden Tafeln, sodass die Nutzung von Verkehrsmitteln oder von Bildungs-oder Kulturangeboten einfacher wird (Teilhabe). Die dritte Brücke: Bereits bestehende Projekte und Initiativen stärken und erweitern (kooperativ und komplementär), da diese sich bislang auf Kinder und Jugendliche fokussieren. Es sollen mehr Anlaufstellen für Nachbarschaftshilfe gewonnen werden (Patenschaften für Straßen, Quartiers- und Stadtteilkarten, Barrierenabbau fördern). Die Lobetalarbeit kann in mehrfacher Hinsicht ein wichtiger Kümmerer und Vermittler für Teilhabe und Inklusion im Projektgebiet sein: sie befindet sich schon geographisch genau in der Mitte zwischen den beiden Stadtteilen, von denen einer bereits einen Brennpunkt hat und der andere trotz einiger Initiativen in der Gefahr steht, dass Konflikte im Zusammenleben verstärkt auftreten, da es so unterschiedliche Interessengruppen in den Quartieren gibt.

Ausgangslage

Heese und Wietzenbruch sind aneinander angrenzende Stadtteile der Stadt Celle, in denen Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement wichtige Aufgaben darstellen, da es bereits in einem einen Brennpunkt gibt. In beiden Stadtteilen gibt es sehr heterogene Bevölkerungsschichten, unterschiedliche ethnische Gruppen, Ungleichheiten in der Wohnungssituation und den Zugängen zu Arbeits- und Bildungsangeboten und daher sehr disparate und parallele Lebenswelten, die aufeinanderprallen. Das wird erkennbar in Konflikten im Zusammenleben wie z.B. im öffentlichen Nahverkehr, wo unter anderem Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung nicht selten auf Ablehnung und Beschimpfungen stoßen. Nicht wenige wählen daher bewusst Zeiten für Einkäufe aus, in denen sie keine Berührungspunkte mit anderen haben müssen, aus Angst, sie könnten negative Erfahrung sammeln. Gerade in der aktuellen Corona bedingten Situation sind soziales Miteinander und inklusive und integrative Teilhabeangebote im Quartier erschwert und die Zukunft des Zusammenhalts ist gefährdet. So sollen keine Gruppen durchmischt werden, wo es nötig wäre, sich kennen und einschätzen zu lernen. Auch haben viele niedrigschwellige Anlaufstellen geschlossen. Die bestehenden Vorurteile manifestieren sich und die einzelnen Gruppen isolieren sich momentan noch mehr. Die grundlegende Problematik in beiden Stadtteilen besteht hauptsächlich darin, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Neuhinzukommende nicht ohne Hürden Angebote an Begegnungen kennenlernen und nutzen können ohne negative Erlebnisse zu erfahren. Die Herausforderung ist, im Quartier Trennendes zu überwinden, Vorurteile abzubauen, das Miteinander zu fördern.