Skip to main content

Belm in Bewegung

Unsere Gemeinde.Stärken - wir sind Belm.

Das Projekt

Die Corona-Pandemie hat zu Rückschritten in der kommunalen Gemeinwesenarbeit geführt. Strukturen konnten den Belastungen nicht standhalten. Die Anwohner*innen haben sich zudem gezwungenermaßen in den privaten Bereich zurückgezogen. Sportliche Aktivitäten konnten nicht stattfinden, die Isolation führt zu Frust, die Situation als Ganzes zu Sorgen und Unsicherheiten. Stress und daraus resultierende physische und psychische Erkrankungen nehmen zu. Doch auch unter den schwierigen Bedingungen hat sich gezeigt, welches Engagement die Menschen an den Tag legen – dem Aufruf des Freiwilligenbüros sich z.B. als Einkaufshilfe zu melden kamen so viele Personen nach, dass der Bedarf gar nicht mithalten konnte. Diese Motivation zu kanalisieren und zu nutzen, um Gemeinschaft zu gestalten steht im Zentrum von „Belm in Bewegung“. Das während Corona gesteigerte Bedürfnis nach Gemeinschaft und Aktivität aufzugreifen gelingt dabei über die Themen Ernährung, Sport und Stressreduktion. Anhand derer kommen die Anwohner*innen wieder "in Bewegung" – sie werden buchstäblich wieder aktiv und nehmen, im übertragenen Sinn, ihre Umgebung neu wahr. Die Anwohner*innen werden dazu motiviert, positive Aspekte der Gemeinde in der Vordergrund zu stellen und diese aktiv mitzugestalten. Dies bildet einen Dreiklang aus gesundheitlichen Aspekten, die Leitmotiv sind und Zugänge ermöglichen, wodurch ein partizipativer Prozess angestoßen wird, der das Gemeinschaftsgefühl stärkt bei dem wiederum die positiven Aspekte der Gemeinde in den Vordergrund gestellt und öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. Auf Augenhöhe mit den Anwohner*innen werden Aktionen sowie Ideen für den im Projektgebiet zentralen Ententeich entwickelt, der komplett neu gestaltet wird. Dieser soll Treffpunkt und Freiraum werden, gleiches gilt für den Bürgerpark. Die Menschen werden dabei klar als Expert*innen für die Verbesserung des Umfeldes und der Möglichkeiten vor Ort angesprochen. Auch bestehende Räume werden im Rahmen des Projektes geöffnet. Das Projekt ist so Initialzündung für einen Neustart zur bewegenden Gemeinde. Dabei werden sowohl die Menschen angesprochen, die schon länger in Belm leben und ihre Gemeinde wiederentdecken als auch jene, die neu zugezogen sind. Alle Gruppen werden eingebunden: Kinder, Jugendliche, Familien, Senior*innen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund - Ziel ist gegenseitiges Verständnis und die Entwicklung einer gemeinsamen Überzeugung: "Wir in Belm bewegen!"

Ausgangslage

Die Corona-Pandemie hat Belm beeinflusst wie andere Kommunen-ehrenamtliche Strukturen sind weggebrochen, hauptamtliche Angebote mussten drastisch reduziert werden. Die physische & psychische Belastung durch Unsicherheit, Isolation und wirtschaftliche Sorgen trifft auf eine komplexe Bevölkerungsstruktur mit zahlreichen migrantischen Gruppen (Russlanddeutsche, Geflüchtete, osteuropäische Arbeitsmigrant*innen), hohe Anteile von Menschen im Leistungsbezug und eine alternde Gesellschaft. Belm leidet trotz zahlreicher Bemühungen seitens der Gemeinde, sozialer Akteur*innen und Anwohner*innen aufgrund der oben genannten Faktoren unter einem negativen Ruf. Viele Anwohner*innen sind schwer zu erreichen und wenig motiviert sich am Leben in der Gemeinde zu beteiligen. Probleme, wie zunehmender Vandalismus (brennende Mülleimer, zerschlagene Scheiben an Schulen)& Verschmutzung werden erkannt, dies wird jedoch nicht als Ansatz für eigenes Handel, für Verbesserung gesehen. Dabei lassen sich in der Kommune zahlreiche positive Aspekte finden. Eine Vielzahl engagierter sozialer Akteur*innen sowie eine gute Vernetzung zwischen verschiedenen Vereinen und Institutionen besteht, es mangelt jedoch an Impulsen und den Zugängen zu den Anwohner*innen. Vielen sind die Möglichkeiten vor Ort nicht bewusst, dazu gehören auch die Möglichkeiten sich Freiräume in der Gemeinde zu erschließen. Die Umgebung bietet viel Potential aktiv zu werden und mitzugestalten. Diese positiven Standortfaktoren werden im Projekt ins Zentrum gerückt, um gute Nachbarschaft zu ermöglichen. Angeschlossen werden kann dabei an die Ergebnisse des Projekt "NaDi", das bis Ende 2020 im Rahmen der Förderung "Gute Nachbarschaft" lief.

Ansatz und Methodik

GWA arbeitet anhand der Bedürfnisse und Interessen der Anwohner*innen und fördert die Partizipation im sozialen Bereich durch Vernetzung und Stärkung vorhandener Ressourcen. GWA versteht sich dabei als Unterstützung, nicht als Leitung. Zu Beginn steht die Schaffung von Zugängen, dies wird im Rahmen von „Erzählbars“ erreicht. An öffentlichen Plätzen, in den Vierteln, bei den soz. Akteur*innen sind die Mitarbeiter*innen im Wechsel vor Ort und suchen das Gespräch zur aktuellen Situation der Anwohner*innen und der Gemeinde. Auf Basis dieses Austausches werden gemeinsam mit den Anwohner*innen erste Aktionen diskutiert. Der Auftaktspaziergang markiert den öffentlichkeitswirksamen Start des Projektes, der nicht nur Interesse generiert, sondern auch die Möglichkeiten der Gemeinde präsentiert. Dabei lebt das Projekt von der Rückkopplung mit und dem Engagement der Anwohner*innen, die Mitarbeitenden haben vor allem die Funktion den Austausch anzustoßen und daraus entstehende Ideen zu unterstützen bzw. andere für die Unterstützung zu gewinnen. Anhand der Oberthemen Sport, Ernährung, Stressreduktion werden jedoch auch Teilprojekte angestoßen, da dies niedrigschwelliger für die Anwohner*innen ist. Diese Elemente sollen sich über die Dauer des Projektes zunehmend durch ehrenamtliches Engagement tragen, so dass die nur in reduziertem Maße mögliche hauptamtliche Unterstützung nach Projektende ausreicht, um langfristig zu wirken.