Der Verein NESTWERK in Hagen im Bremischen wurde 2008 gegründet, um als gemeinnütziger Träger soziale, kulturelle und ökologische Projekte und Bildungsangebote zu entwickeln sowie Fördergelder und Spenden einzuwerben. Der Verein hat aktuell 30 Mitglieder und ca. 40 freiwillige Mitarbeiter*innen.
Im Verlauf der vergangenen 13 Jahre hat der Verein ein umfangreiches Bildungs- und Projektangebot umgesetzt, das generationsübergreifend genutzt wurde.
Wir verfügen im Ortskern über zentrale angemietete Räumlichkeiten eines ehemaligen Kaufhauses mit 3 großen Arbeitsräumen sowie einem Büro mit Gruppenraum. Das Büro wurde von Herbst 2014 bis 31.07.2020 von der Gemeinde für die Arbeit ihrer Integrationsbeauftragten genutzt. Alle Räume werden flexibel genutzt.
Zu einem zentralen Bestandteil der Vereinsarbeit hat sich die Flüchtlingsinitiative im Nestwerk entwickelt. Diese Initiative wurde schon Mitte der 90-iger Jahre gegründet und umfasst aktuell ca 20 Personen, die mit zum Teil erheblichem persönlichen Einsatz eine praktische Willkommenskultur und Alltagsbegleitung für Asylbewerber*innen umsetzen.
Aus der Arbeit einer Notaufnahmeeinrichtung 2015/16 hat sich in unserem Gebäudekomplex eine Kleiderkammer entwickelt. Diese hat, solange die Notaufnahme belegt war, für deren Bewohner Kleidung ausgegeben. Inzwischen ist die Einrichtung offen für alle Menschen und wird von ca 20 Frauen ehrenamtlich fachlich betreut. Die Umsätze ermöglichen einen kleinen Gewinn, der für die Vereinsarbeit eingesetzt wird.
Ein Schwerpunkt waren Deutschkurse für Menschen mit Fluchtgeschichte, die möglichst fortlaufend und den jeweiligen Lernmöglichkeiten angepasst in unterschiedlichen Formaten durchgeführt wurden. Das weitere Angebot war generationsübergreifend und umfasste neben der Eltern-Kind-Gruppe, Gedächtnistraining für ältere Menschen, Kurse der KreativWerkstatt auch Literaturangebote, Computerkurs, Fotoclub und Spielekreis für ältere Menschen, Schularbeitenhilfe für Grundschüler, interkulturelle Teestube als offenen Begegnungsort sowie kulturelle und gesundheitliche Kooperationsprojekte.
Für die Zukunft gilt es nun, den Schwerpunkt der Arbeit zur Integration /Inklusion weiter zu fassen. Stand bisher die Arbeit mit Geflüchteten und Einzelmaßnahmen im Mittelpunkt ist die gesamte Gemeinde in den Blick zu nehmen. Stichworte: Post Corona –Initiativen, gegen Vereinsamung nicht nur Älterer, „Neubürger integrieren“, „Wir alle sind Hagen"
Der Verein beschäftigt keine hauptamtlichen MAB.
Ausgangslage
Hagen im Bremischen umfasst 16 Dörfern mit insgesamt gut 11.000 EW. Der Hauptort Hagen hat davon ca. 4.000 EW. Die Gemeinde liegt im Süden des LK Cuxhaven. Im Hauptort Hagen ist die lebensnotwendige Infrastruktur angesiedelt, auf den Dörfern gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr, keine Ärzte, aber vereinzelt Handwerk und Kleinbetriebe neben der Landwirtschaft. Hagen kann als Stadtrandgemeinde bezeichnet werden und verfügt über größere Neubaugebiete, aber wenig Mietwohnbau. Der Hauptort wächst, die Dörfer stagnieren. Bis zum 31.12.2013 war Hagen als Samtgemeinde von sechs Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte mit Sitz in Hagen organisiert. Die Eigenständigkeit als Gemeinde zugunsten einer größeren Einheit aufzugeben war für einzelne Gemeinden ein langwieriger und schmerzhafter Prozess. Nicht alle fühlen sich im neuen „Haus“ gut aufgehoben. Bisherige Selbstverständlichkeiten der gegenseitigen Sorge für Dorf und Menschen weichen einer Haltung: „Sollen die in Hagen sich doch drum kümmern!“
Für viele Neubürger*innen ist der Hauptort attraktiv, familienfreundlich von der Krippe bis zum Gymnasium, bietet noch relativ günstigen Baugrund und liegt verkehrsgünstig.
In dem Maße, wie soziale Bezüge schwinde und Vereinzelung zunimmt sowie Gemeinsinn und gemeinschaftliche Verantwortung erodieren gilt es, integrierende Angebote und aufwertende Entwicklung vorhandener Strukturen zu ermöglichen.
Das Nestwerk wird durch umfängliche Vernetzung in verschiedene gesellschaftliche Bereiche und als wichtiger niedrigschwelliger Kristallisationsort für Koordination und Unterstützungsleistungen im zivilgesellschaftlichen Raum gut angenommen.
Ansatz und Methodik
Die Arbeit geht über den Hauptort Hagen hinaus und bezieht die umliegenden Dörfer ein. Damit ist kein begrenztes Quartier im engeren Sinne möglich.
Für die Projektleitung wird eine hauptamtliche Person eingestellt, die schon im Projektzusammenhang eingebunden ist und Erfahrungen aus einem eigenen Projekt der sozialen Innovation sammeln konnte. Der Kollege hatte sich, leider verspätert, auch für die GWA-Fortbildung angemeldet und ist interessiert an einer Weiterqualifizierung in dem Arbeitsfeld.