Das bundesweite Mentorenprogramm Balu und Du fördert Grundschulkinder im außerschulischen Bereich. Junge engagierte Leute übernehmen ehrenamtlichmind. 1 Jahr lang eine individuelle Partnerschaft für ein Kind. Sie helfen ihm durch persönliche Zugewandtheit und attraktive Freizeitgestaltung, sich in unserer Gesellschaft zu entwickeln und zu lernen, wie man die Herausforderungen des Alltags erfolgreich meistern kann. Die positiven Effekte des Programms werden durch die Wirksamkeitsforschung bestätigt. Die pädagogische Grundidee ist es, Patenschaften zwischen Grundschulkindern und jungen Erwachsenen zu initiieren und zu fördern. Balu und Du ist einPräventionsprogramm, dass sich an Kinder im Grundschulalter wendet, deren glückliches und erfolgreiches Aufwachsen aufgrund ihrer Lebensumstände gefährdet ist. In diesem Programm gibt es keinen Lehrplan. Ganz nebenbei eignen sich die Kinder einen enormen Wissensschatz an, der für ihrer Entwicklung und ihr späteres Leben bedeutend ist. Dieses lernen bezeichnen wir als informales Lernen. Wir wenden uns an Grundschulkinder, die in sozialoder wirtschaftlich herausfordernden Lebensumständen aufwachsen. Um diesenHerausforderungen rechtzeitig zu begegnen wurde speziell für diese Kinder das Programm gestartet. Die Vorteile für die Entwicklung für die Kinder können wissenschaftlich nachgewiesen werden. Wir bieten Jungen Erwachsenenzwischen 17 und 30 Jahren eine attraktive Möglichkeit, gesellschaftlicheSchlüsselkompetenzen zu erwerben und Praxiserfahrung im pädagogischen Bereich zu sammeln. Wir wollen möglichst viele junge Menschen dafür gewinnen, individuelle Verantwortung für ein Kind zu übernehmen und es dabeizu unterstützen, sich positiv zu entwickeln. Die direkte Begegnung mit deinemPaten ist für die Entwicklung des Kindes wertvoll. Es schaut sich Verhaltensweisen und Fähigkeiten von dem älteren Gegenüber ab, übernimmt sie und steigert so seine Alltagskompetenz. Auch die Balus gewinnen an Kompetenz und profitieren in Schule, Studium und (späterem) Beruf von ihren neuen Erfahrungen. Besonders im Hinblick auf Selbstorganisation und Arbeitshaltung können deutliche Fortschritte verzeichnet werden.
Ausgangslage
Das Familienzentrum West ist Teil der sozialraumorientierten Arbeit am Standort Wilhelmshaven. Als eines von vier Familienzentren obliegt uns die Vernetzung des Westens der Stadt. Die Stadt Wilhelmshaven zählt aktuell 79025 Einwohner, von denen 23% einen Migrationshintergrund haben. 15% der registrierten Haushalte haben Kinder. Die Stadt Wilhelmshaven gilt mit einer Arbeitslosen Quote von 9,8% zu einer der Strukturschwächsten in Deutschland. Somit gibt es viele prekäre Lebenssituationen im Stadtgebiet, die sich durch die gesamte Stadt und nicht nur auf einzelne Stadtteile beziehen. Unser Ziel ist es mit diesem Projekt die Zielgruppe anzusprechen, die in sozial-schwächeren Haushalten leben. Der Zugang zu diesen Kindern liegt in der Vernetzung mit der Schulsozialarbeit, welche gemeinsam und nach Absprache mit uns die Moglis auswählt. Viele dieser oben genannten Familien sind seit langem der Jugendhilfe bekannt und können somit präventiv, ab Eintritt in die Grundschule, von diesem Projekt profitieren. Ziel ist es Kinder aus sozial-schwächeren Familien von den Treffen mit dem Balu profitieren zu lassen, in dem ihnen neue Perspektiven eröffnet werden, die sie so im familären Umfeld nicht erleben würde. Als Pilotprojekt ist dieses Angebot bereits in Zusammenarbeit mit einer weiteren Einrichtung durchgeführt worden und konnte positive Effekte erzielen. Da sich die zweite Einrichtung aus dem Projekt zurückgezogen hat, möchten wir als Familienzentrum das Projekt alleine weiter durchführen. Am Standort Wilhelmshaven soll dieses Projekt fest integriert und längerfristig durchgeführt werden.
Ansatz und Methodik
Die Stadt Wilhelmshaven arbeitet sozialräumlich Orientiert und hat zu diesem Zweck vier Familienzentren gegründet, um die Koordination der einzelnen Stadtteile zu garantieren. In diesen Zentren finden Angebote für Bürger genauso statt, wie Treffen der Jugendhilfe oder anderer Institutuionen. Somit findet ein ständiger Austtausch untereinnder statt. Die Arbeit im Familienzentrum, lässt sich schwer in QM oder GWA einteilen, da eine Mischung aus beidem gegeben ist. Dieses Projekt im speziellen verfolgt eher den Ansatz der GWA. Ziel des Projektes ist es, zum einen eine Vernetzung zwischen verschiedenen Istitutionen zu schaffen und zum anderen die Chance auf Bildungsgerechtigkeit verbessern. Dies soll zu dem nicht nur eine kurzfristige Intervention darstellen, sondern über einen längeren Zeitraum Wirkung erzielen. Ziel ist es zudem, den Wirkungsbereich über die gesamte Stadt auszudehnen, um dieses Projekt einem breiten Publikum zugänglich machen zu können. Das Projekt bietet den Teilnehmern auch eine Sozialräumliche Vernetzung. Durch aktivitäten, die im gesamten Stadtgebiet durchgeführt werfen können, erschließen sich die Teilnehmer ihren Sozialraum selbst und lernen ihn und weitere Angebote kennen. Somit werden die Teilnehmer in ihrer Stadt weiter vernetzt.