Skip to main content

Zusammen leben in Cloppenburg

Teilhabe für zugewanderte Familien aus Osteuropa

foto schwedenheim

Das Projekt

Die vorhandenen Strukturen sollen genutzt werden, um die Integration von EU-Bürger*innen zu befördern. Viele Zugewanderte aus Osteuropa sind im Raum Cloppenburg in der Fleischindustrie und anderen prekären Arbeitsverhältnissen tätig. Bisher ist eine Integration mit Teilhabechancen nicht gelungen. Mit dem beabsichtigten Verbot oder der Einschränkung von Werkvertragsarbeitsverhältnissen stehen zwar arbeitsrechtliche Verbesserungen für die Betroffenen an. Es müssen aber zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um auch eine gesellschaftliche Integration und echte Teilhabechancen vor allem für die zugezogenen EU-Bürger*innen zu ermöglichen. Dies soll gemeinsam mit bereits im Quartier ansässigen Familien geschehen. Die Kooperation der im Schwedenheim ansässigen Institutionen bieten hierfür ideale Voraussetzungen, denn das Schwedenheim ist soziales Zentrum und Familienzentrum in Cloppenburg. Zunächst wird das Schwedenheim als Anlaufstelle für die EU-Bürger*innen etabliert. Auch schon jetzt haben viele Werkvertragsarbeiter*innen ihre Familien nachgeholt um mittelfristig eine Zukunft in Cloppenburg aufzubauen. Im Rahmen des Familienzentrums Schwedenheim werden Begegnungsmöglichkeiten für einheimische und zugewanderte Einwohner*innen Cloppenburgs geschaffen. Durch interkulturelle Angebote werden zudem das Verständnis füreinander und die Chancen der Vielfältigkeit gestärkt. Darüber hinaus werden sie durch Selbsthilfeunterstützende Angebote zur aktiven Teilhabe im gesellschaftlichen Kontext befähigt. Im weiteren Verlauf werden gemeinsam mit Ihnen und mit der aufnehmenden Bevölkerung Angebote zunächst im Schwedenheim und in der Folge auch im übrigen Stadtgebiet etabliert, die ein wechselseitiges Kennenlernen ermöglichen. Durch die Beteiligungsformen im Schwedenheim als soziales Zentrum Cloppenburgs erfahren alle Einwohner*innen des Quartiers ihre Partizipationsmöglichkeiten und machen eigene Wirksamkeitserfahrungen. Sie erleben Diversität als Chance und Stärke. Teilhabechancen werden verbessert und Vorbehalte und Ängste werden reduziert.

Ausgangslage

Die Stadt Cloppenburg liegt in Niedersachsen zw. Osnabrück und Oldenburg. Schlüsselbranchen sind die Ernährungswirtschaft, Elektrotechnik, Bauwirtschaft und die Produktion von Fahrrädern. Als erste Stadt in Niedersachsen wurde Cloppenburg als familiengerechte Kommune zertifiziert. Das Schwedenheim ist Familienzentrum verschiedener Kooperationspartner und bildet ein soziales Zentrum für die Stadt Cloppenburg. Insbesondere in der Fleischindustrie und im Lager/Logistik-Bereich gibt es für Menschen ohne bzw. ohne anerkannte Ausbildungen Möglichkeiten auf eine Arbeitstätigkeit. Für viele EU-Bürger*innen erfolgt dies bisher zumeist im Rahmen von Werkvertragsverhältnissen. Hier sind zum Beginn des nächsten Jahres Verbesserung für die Betroffenen geplant. Auch wenn bereits in der Vergangenheit eine große Zahl der EU-Bürger*innen ihre Familien nachgeholt haben, weil sie nicht getrennt von ihnen leben wollten, ist anzunehmen, dass sich dieser Trend in der Folge der oben genannten Veränderungen verstärkt. Zugleich muss festgestellt werden, dass Sich die Gruppe der EU-Bürger*innen zum großen Teil nicht in die Stadtgesellschaft integrieren konnte. Deshalb müssen diesbezügliche Anstrengungen verstärkt werden. Auch hierfür bietet das Schwedenheim eine gute Ausgangsposition, da hier das Zusammenwirken, die Unterschiedlichkeit und das Erleben von Selbstwirksamkeit lange Tradition hat, an die aktiv angeknüpft werden kann. Die Arbeit des Familienzentrums schwedenheim wird damit in die gesamte Stadt Cloppenburg, das heißt sowohl zur einheimischen als auch zur zugewanderten Bevölkerung ausstrahlen. Einer Segregation und Parallelgesellschaft soll entgegengewirkt werden.

Ansatz und Methodik

Durch Gemeinwesenarbeit sollen die zugewanderten EU-Bürger*innen Cloppenburg als IHRE Stadt erleben, in die sie sich aktiv einbringen dürfen und die sie mitgestalten können. Diese Partizipationsmöglichkeiten stehen der einheimischen Bevölkerung ebenso zur Verfügung. Alle Angebote werden mit den Bewohner*innen gemeinsam entwickelt hierfür werden die Einwohner*innen angesprochen und es wird im Familienzentrum Schwedenheim ein Anlaufpunkt für alle geschaffen. Auch wenn Cloppenburg insgesamt keine benachteiligtes Gebiet ist, gibt es in ihr mit den EU-Bürger*innen doch eine benachteiligte Gruppierung, die der niedrigschwellige Unterstützung und des kollektiv gestützten Empowerments bedarf.