
,
Das Projekt
Gute deutsche Sprachkenntnisse sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Eröffnung gleicher Bildungschancen für die Migrantenkinder, wie in der Migrations- und Bildungsforschung seit vielen Jahren nachgewiesen ist.
Leider haben Eltern oft keine Möglichkeit, sich um die zweitsprachige Entwicklung des Kindes zu kümmern, und so entsteht eine Sprachmischung; das Kind kann die Sprachen nicht gut trennen. Später wird dies die schulischen Erfolge stark beeinflussen sowie zu einem Konflikt mit dem interkulturellem „ich“ im Jugendalter führen.
Die Zweisprachigkeit soll man so früh wie möglich professionell unterstützen können; wenn möglich, in Verbindung mit Förderung der Schulkompetenzen. Das wollen wir im Rahmen der Maßnahme ermöglichen.
Bilinguale und mehrsprachige Einwohner, besonders Kinder im außerschulischen Bereich, haben in der Stadt kaum einen Ort, wo auf die bilinguale Aspekte der Sprachentwicklung geachtet wird.
In der modernen Gesellschaft ist es sehr wichtig, mehrsprachige Kinder sowie Erwachsene multi- und interkulturell unterstützen zu können, um keine Assimilation, sondern richtige Integration zu ermöglichen. Jedes Kind hat ein Recht auf vollständige Bildung; im Falle eines bilingualen Kindes bedeutet es gleiche Unterstützung und Förderung beiden Muttersprachen.
Wir wollen zur einen Anlaufstelle für mehrsprachige Kinder und Jugendliche werden.
Wir haben vor, ein offenes Konzept mit Gruppenarbeit zu verbinden und einen offenen Kinder- und Jugendtreff für bilinguale Kinder zu organisieren, der sieben Tagen in der Woche geöffnet ist.
Unser Sozialraum ist mehrsprachig ausgeprägt; daher ist es sehr wichtig, für die Kulturen einen festen Platz in der Gesellschaftsstruktur zu finden
Die in Hannover vertretene Hauptsprachen (außer Deutsch)– laut Statistik aus dem Jahr 2017 sind es Türkisch, Persisch, Polnisch, Russisch und Englisch - sind wichtige Bestandteile der Kultur; brauchen ihren Raum und einen festen Platz im soziokulturellen Leben.
Angefangen mit Teilnehmern mit GUS-Migrationshintergrund, wollen wir den oben genannten Sprachen und Kulturen helfen, einen Ausdrucks- und Austauschort zu finden, wo nicht nur Deutsch, sondern auch mal Türkisch aktiv, frei und ohne jeglicher Abgrenzung von der kulturellen Realität gesprochen werden kann.
So wird Integration und Partizipation der Menschen mit Migrationshintergrund einen Schritt weitergebracht.
https://www.instagram.com/skazokchemodan/
Ausgangslage
Bundestag, 2006, Erklärung zum „Internationalen Jahr der Muttersprache“:
„Spracherwerb weist auch den Weg für eine erfolgreiche Integration. Dieser gelingt Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund am besten, wenn bei ihnen sowohl der Erwerb der deutschen Sprache, als auch der Muttersprache gefördert wird. Mehrsprachigkeit wird so zu einer Bereicherung für Kinder und Gesellschaft.“
Später, im Februar 2007, wurde der Beitritt Deutschlands zur Konvention zur kulturellen Vielfalt beschlossen, aus dem hervorgeht, dass „die Muttersprache eine wichtige Rolle für den Integrationsprozess in allen Aspekten des öffentlichen Lebens spielt, besonders aber in der Bildung“.
Gute deutsche Sprachkenntnisse sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Eröffnung gleicher Bildungschancen für die Migrantenkinder, wie in der Migrations- und Bildungsforschung seit vielen Jahren nachgewiesen ist.
Leider haben Eltern oft keine Möglichkeit, sich um die zweitsprachige Entwicklung des Kindes zu kümmern, und so entsteht eine Sprachmischung; das Kind kann die Sprachen nicht gut trennen. Später wird dies die schulischen Erfolge stark beeinflussen sowie zu einem Konflikt mit dem interkulturellem „ich“ im Jugendalter führen.
Die Zweisprachigkeit soll man so früh wie möglich professionell unterstützen können. Das wollen wir im Rahmen der Maßnahme ermöglichen.