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KulturPLUS für alle - aus Fremden werden Nachbarn

eine kostenlose Angebotsstruktur zur Förderung von Begegnung und kultureller Integration im Roderbruch

kulturplus uebersicht , kulturplus kalender

Das Projekt

KulturPLUS ist eine kostenlose Angebotsstruktur zur Förderung von Begegnung und kultureller Integration von Geflüchteten und Beheimateten des Quartiers Roderbruch. Gerade für die Geflüchteten sind alle strukturgebenden Dinge wie Heimat, zu Hause, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie sowie Hobbies wahrscheinlich verloren gegangen. Im Gegensatz zu einmaligen Projekten sorgen Fixpunkte wie wöchentliches Nähen, monatliche Stadtteilbegehungen oder gemeinsame Feste für ein wirkliches Ankommen nach der Flucht, sie geben den Menschen Halt und die Möglichkeit, regelmäßig Menschen (wieder) zu treffen und so neue Kontakte aufzubauen. Es ist wichtig, nachhaltig eine Angebotsstruktur zu etablieren, die für alle, Geflüchtete sowie Roderbrucher*innen, zugänglich ist und vor allem regelmäßig und unkompliziert angeboten werden kann. Dieses Konzept weist einen nachhaltigen Charakter auf und spricht alle im Stadteil lebenden Menschen an. Viele der Geflüchteten bleiben nur kurz in ihren Unterkünften aufgrund ihres Status und wechseln durchaus die Stadtteile. Auch dafür müssen Angebote konzipiert sein, dass ein reger Wechsel an Teilnehmenden und eine hohe Fluktuation das Angebot nicht minder wertvoll oder gar unbrauchbar macht. Diese Angebotsstruktur ist eine Art Kulturkalender, welcher im Charakter wiederkehrend, offen und unkompliziert ist und dessen Angebote auf Augenhöhe mit den Teilnehmenden passiert. Angeboten werden sollen: eine wöchentlich stattfindende Nähgruppe und Kreativwerkstatt, als Workshops eine Handwerkstatt (Holz, Metall), Ferienangebote sowie Tänze um die Welt, monatlich Zukunftsmusik mit Karin Fischer, vierteljährlich Ausflüge wie Stadtteilbegehungen und Stadterkundung auf dem Roten Faden, dazu einmal ein Nachbarschaftsfest "Tag der Nachbarn" sowie das Nouruz-Fest. Wir sprechen hier insbesondere Geflüchtete an, legen aber großen Wert auf Austausch und Begegnung der im Stadtteil lebenden Menschen untereinander, so dass alle daran teilhaben können. So soll es neben einem Musikangebot Workshops für Handmade-Angebote geben, Stadtteilbegehungen und auch Ferienangebote sowie gemeinsame Feste.

Ausgangslage

Geflüchtete haben kaum noch Strukturen wie Heimat, zu Hause, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie oder feste Hobbies. Sie fühlen sich fremd, kennen ihren Stadtteil kaum. Solange ihr Status ungeklärt ist, wissen sie nicht, ob sie in dem Stadtteil bleiben können oder wieder wegziehen. Das alles sorgt für einen schwebenden Zustand, weniger für ein "Ankommen" im Stadtteil. Wir möchten mit unserer Angebotsstruktur "KulturPLUS" aus Fremden Nachbarn werden lassen, in dem sie eingeladen werden, regelmäßig und unkompliziert an Angeboten, die immer wieder kehren, teilnehmen zu können. Wichtig sind Austausch und Begegnung mit anderen im Stadtteil lebenden Menschen, weshalb wir das Angebot für alle öffnen wollen. Wiederholbarkeit und Offenheit sind wichtige Faktoren, um auf die hohe Fluktuation bei Wegzug oder Statuswechsel reagieren zu können und das Konzept als solches nicht qualitativ gemindert wird. Die Angebote sind niedrigschwellig, man braucht nicht zwingend immer Sprachkenntnisse und kann regelmäßig Leute (wieder) treffen. Handwerkliche Angebote werden unserer Erfahrung nach sehr gerne von Geflüchteten angenommen, genauso wie musikalische und kreative Workshops, da sie Emotionen widerspiegeln können.

Ansatz und Methodik

Der Kulturtreff Roderbruch arbeitet eng mit der hanova, Tochtergesellschaft der Stadt Hannover für Immobilien, zusammen. Wir haben bereits ein gut funktionierendes Quartiersmanagement, deren Quartiersmanager Jörg Kofink leitet gemeinsam mit der Stadtbezirksmanagerin die AG "Arbeitskreis Roderbruch", der aus dem Stadtteilgespräch Roderbruch e.V. entstand. Hier kam auch der Impuls, diesen Antrag zu stellen, um der Entwicklung des Zuzugs von ca. 440 Geflüchteten bis Sommer 2018 entgegenzukommen und Angebote für die Zugezogenen zu entwickeln.