Das Projekt
Die Kulturinitiative „Sommerbühne an der Lerchenstraße“ möchte den Mehrgenerationen-Großspielplatz neben dem Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße um einen weiteren „Spielplatz“ erweitern: Eine Freilichtbühne wäre genau hier zwischen den Stadtteilen Sonnenhügel, Dodesheide und Haste eine tolle Möglichkeit Menschen zusammenzubringen.
Es geht hierbei nicht um Großveranstaltungen, sondern um einen Ort für hiesige Musiker, Chöre, Instrumentalklassen... Es soll dort Puppentheater, Lesungen, Improvisationstheater, Schultheater und auch gemeinschaftliches Singen stattfinden.
Der Spielplatz ist schon jetzt sehr gut besucht mit kleinen und großen Menschen aus den drei angrenzenden Stadtteilen. Viele der Besucher des Großspielplatzes stammen aus Zuwandererfamilien, die wenig Kontakt zum vielfältigen Musik- und Kulturleben Osnabrücks haben.
Bei einen Ortstermin der Initiative mit Vertretern der Osnabrücker Service Betriebe (OSB), die für die Planung und den Bau von öffentlichen Spielplätzen zuständig sind, wurde die Idee sehr begrüßt. Die OSB unterstützen das Projekt mit Matrial und Logistik. Daraus enstand die Idee den Bau selbständig zu realisieren. Hierbei versucht die Konzeption sowohl bauliche Überlegungen einzubeziehen als auch soziale Aspekte, da die Förderung des Miteinanders in den Stadtteilen neben den kulturellen Aspekten eine grundsätzliche Intention des Projektes darstellt. Die Planung, Bauleitung und die Arbeit mit Baumaschinen muss durch Garten-/Landschaftsbauer erfolgen. Der eigentliche Bau der Freilichtbühne soll aber weitgehend von den Bürgern der drei Stadtteile erfolgen. Der Einsatz von einfach zu bedienenden Transportwerkzeugen wie Sackkarre, Schiebkarre, Steinzange und Hilfskran wird dem Baumaschineneinsatz vorgezogen. Die gemeinsame Arbeit von Stadtteilbewohnern an der Bühne soll eine Identifikation mit dem Gesamtprojekt „Sommerbühne“ herstellen.
Grundsätzlich ist der Bau als mehrjähriger Prozess angelegt. Diese Bauphasen sind für das Frühjahr geplant. Im Sommer wird die Bühne genutzt und im Winter der nächste Baufortschritt geplant. Helfer melden sich verbindlich für eine Bauphase. Dieser Antrag bezieht sich nur auf den ersten Bauabschnitt mit der Erstellung der Bühnenplatte, zwei Zuschauerreihen und einer hölzernen Lärmschutzwand hinter der Bühne.
Ausgangslage
Die Stadtteile Sonnenhügel, Dodesheide und Haste sind aus etablierten, z.T. dörflichen Strukturen erwachsen. Die alteingesessenen Bewohner leben zumeist in Einfamilienhäusern. Soziale Strukturen werden maßgeblich von den Kirchengemeinenden, den Sportvereinen und den Straßengemeinschaften geprägt. Demgegenüber stehen die Mietskasernen in Haste mit einem hohen Anteil russischstämmiger Aussiedlerfamilen und die Bewohnern der Dodesheide-Ost. Hier wohnen sehr viele neu zugewanderte Familien. Letztere stellen auch die größte Besuchergruppe des Mehrgenerationen- Großspielplatzes. Die Kontaktaufnahme zwischen diesen Gruppen erweist sich als schwierig. Im Stadtteil Dodesheide-Ost wurde daher ein Quartierstreff eingerichtet. Hier bemühen sich Sozialrbeiter/-innen um die Verbesserung der Integration der Zugewanderten und der Teilhabechancen, insbesondere von Kindern und Jugendllichen. Gute Integrationsarbeit wird von den Sportvereinen geleistet. Die Gegensätze zwischen den Bevölkerungsgruppen sind sehr groß und sie zeigen sich in einem Nebeneinander der Alteingesessenen und den Neuankömmlinge.
Außerdem fehlt den Stadtteilen eine öffentliche Auftrittsmöglichkeit für die hiesigen Musiker, Sänger und Künstler. Insbesondere fehlt den hiesigen Schulen ein Ort, wo sich Schulklassen mit ihren Musik- und Theaterstücken präsentieren können. Der Stadtteil Sonnenhügel hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. da hier viele junge Familien in die ehemaligen Reihenhäuser der britischen Armee gezogen sind. Die Häuser wurden gekauft und renoviert. Diese Familien haben nur zum Teil Berührungspunkte mit den Alteineingesessenen.
Ansatz und Methodik
Das Projekt ist von Bürgern der Stadtteile selbst ins Leben gerufen worden. Die Arbeit an der Bühne soll nicht an Firmen vergeben werden, sondern die Beteiligung möglichst viele Gruppen steht im Vordergrund. Mit dem Bau der Bühne wird ein Baustein einer kulturellen Infrastruktur geschaffen, der von vielen verschiedenen Gruppen der Stadtteile genutzt werden kann.
Hier werden auch zielgruppenübergreifende Verbindungen geschaffen. Neubürger aus Dodesheide-Ost arbeiten mit Alteingesessenen gemeinsam. Die Nachbarschaft entwickelt sich von einem Nebeneinander zu einem Miteinander.