Das Projekt soll auf sehr unterschiedlichen Ebenen Bewegung in die Weststadt bringen:
• Durch die Beteiligungsmöglichkeiten, die im Rahmen der Städtebauförderung etabliert wurden und die möglichst viele dazu bewegen sollen, sich für den Stadtteil zu interessieren und einzusetzen.
• Durch die Möglichkeiten, die ergänzend das Programm der Städtebauförderung bietet z.B. zur Verbesserung der Freiflächen und des Wohnumfeldes, um Bewegung im Stadtteil attraktiv zu machen.
• Durch Angebote für Erwachsene, insbesondere Langzeitarbeitslose, die Bewegung in den Alltag und die Arbeits-Biografie bringen.
• Durch Angebote für hilfesuchende Bewohner, die festgefahrene persönliche Problemsituationen in Bewegung bringen.
• durch Bewegungs- und Bildungsangebote unterschiedlicher Art für Kinder sollen Körper und Geist in Bewegung gehalten werden.
• Für Senioren soll der Stadtteil dahingehend überprüft werden, wo Stolperstellen und Barrieren die Bewegung im Stadtteil einschränken und weiterhin Anreize geschaffen werden, mobil zu bleiben und die Beweglichkeit zu sichern.
• Durch das Teilprojekt „Weststadt im Blick“, in dem die Teilnehmenden – vorwiegend Langzeitarbeitslose in einer Aktivierungsphase einerseits – sich im Stadtteil bewegen, den Stadtteil – vor allem die Freiflächen – und seine Bewohner im Blick haben, (kleine) Alltagsprobleme vor allem im öffentlichen Raum lösen und bei der Umsetzung der vielfältigen Angebote zur Hand gehen.
Die Kernthemen des Projektes sind im Stadtteil verteilt verortet – auf den vorhandenen oder zu schaffenden Freiflächen, in den bereits vorhandenen Einrichtungen wie Schule, Kindertagesstätte, soll (mehr) Bewegung entstehen – eine größere Stadtteileinrichtung ist nicht geplant, vorgesehen ist allerdings eine Anlaufstelle, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten.
Vor allem der Pagels Garten (Bürgergarten, derzeit Eigentum einer Stiftung) stellt einen wichtigen Ort dar, an dem die verschiedenen Projektteile ansetzen:
Die Bewohner der Weststadt sollen bewegt werden, den Garten zu nutzen – aber auch, ihn im Blick zu haben, damit er als offener Garten dauerhaften Bestand hat. Es soll Bewegung kommen in die Kenntnis über Gartennutzung, Verarbeitung und Funktion eines solchen Gartens im Wohngebiet und vor allem im Rahmen des Teilprojektes „Weststadt im Blick“ soll der Garten im Blick sein, um ihn vor Vandalismus zu bewahren und Bewegung in die Wahrnehmung der Flächen als Wert zu bringen.
Ausgangslage
Die Ausgangslage ist charakterisiert durch Bewegungslosigkeit an folgenden Stellen:
• eine Häufung von Haushalten in problematischen Lebenssituationen (Alleinerziehende, Zuwanderer, Langzeitarbeitslose), für die es wenig Unterstützungs- bzw. Beratungsangebote vor allem für alltagsbezogene Fragestellungen gibt. Es kommt nur mit viel Aufwand Bewegung in die Lösung dieser vergleichsweise einfachen Probleme.
• Bei vielen Kindern aber auch Erwachsenen mangelt es an körperlicher Bewegung und an Bewegung und Mobilität im Stadtteil.
• Es fehlt vielfach an Interesse und Bereitschaft, sich aus dem Alltagstrott und den eingefahrenen Weg im Stadtteil heraus zu bewegen, sich selber zu einem anderen Blick auf den Stadtteil und zur Beteiligung an den Veränderungsprozessen der Sanierung zu bewegen (was bietet der Stadtteil bzw. könnte er bieten, wo kann ich den Stadtteil nutzen, was kann ich beitragen, damit der Stadtteil voran kommt).
• Auf einigen der im Stadtteil vorhandenen Flächen fehlt es an Bewegung, da die Flächen aus unterschiedlichen Gründen nur sehr eingeschränkt für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen (Sorgen vor Vandalismus und Nutzung in den späten Abendstunden,…). Hier muss Bewegung auch in die Wahrnehmung der Eigentümer kommen.
• Es fehlt an einigen Stellen an attraktiven Verbindungen, um Bewegung zu fördern und Ziele für Bewegung in den Blick der Bewohner zu rücken – so ist z.B. der Pagels Garten aus dem Wohngebiet nicht direkt erreichbar.
• In dem innenstadtnah gelegen Stadtteil ist ein erheblicher Teil der Aktivitäten aus dem Stadtteil heraus orientiert – hier geht potentielle Bewegung für den Stadtteil verloren.
Ansatz und Methodik
Verfolgt wird der Ansatz, parallel zum Prozess der Sanierung, eine Gemeinwesenarbeit im Stadtteil zu etablieren (die auf Langfristigkeit ausgelegt ist). Die Dynamik und Aufmerksamkeit, die sich aus dem Prozess der städtebaulichen Sanierung ergibt, soll dabei einerseits genutzt werden, andererseits sollen über die GWA die Bedarfe im Stadtteil gedeckt werden, die im Rahmen der Städtebauförderung nicht förderfähig sind.
Die erste Phase der Sanierung hat dabei gezeigt, dass es im Stadtteil einen Wunsch bzw. Bedarf nach einer zentralen Anlaufstelle gibt, die jetzt geschaffen werden soll (der Schwerpunkt liegt dabei auf einer ansprechbaren Person, nicht auf einem größeren Gebäude).
Weiterhin hat sich gezeigt, dass ein Potential an Flächen vorhanden ist, das derzeit von der Öffentlichkeit aber nicht bzw. nur eingeschränkt genutzt werden kann und das es eine Reihe von Einrichtungen im Gebiet gibt, deren Angebote abgestimmt, gemeinsam veröffentlicht und vor dem Hintergrund der Bedarfe des Stadtteiles weiter entwickelt werden sollten.
Hieraus ergeben sich die zentralen Projektinhalte der Anlaufstelle mit koordinierender Funktion und der Bestandteil des Projektes für (Langzeit)arbeitslose als eine Art Stadtteilhausmeister, die Flächen/Einrichtungen im Blick haben.
Der Bedarf an konkreten Angeboten für Kinder wird seit Beginn der Vorbereitenden Untersuchungen von den Einrichtungen (Kita, Grundschule) betont.