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Nachbarschaftsfabrik Neuland - ein soziokulturelles Zentrum für Winsen

Aufbau einer GWA als methodenintegrierendes Arbeitsprinzip, um in einem heterogenen Projektgebiet Nachbarschaftsstrukturen zu entwickeln und darüber Zugänge zu niedrigschwelligen sozialen Hilfen zu erleichtern.

planung nachbarschaftsladen neuland , img 8625 , a. s. viertel 03 2 , albert  schweitzer viertel 006 , albert  schweitzer viertel 004 , albert  schweitzer viertel 024 , a. s. viertel 03 11 , albert  schweitzer viertel 050 , albert  schweitzer viertel 036 , cimg0407 , img 2297 , dez. 09 163 , reso fabrik 06.09 011 , spielplatzolympiade 2012 2 , spielplatzolympiade 2012 39

Das Projekt

Im Gebiet der Grundschule "Alte Stadtschule", leben ca. 4200 Menschen aus 64 Nationen. Ca. 50% haben einen Migrationshintergrund. Zusätzlich ziehen geflüchtete Familien und junge Familien mit Migrationshintergrund in die Bereiche der Mehrfamilienhausriegel. Parallel dazu leben vermehrt ältere Alleinstehende in dem Gebiet - ca. 28 % der Bewohner sind über 60. Fachkreise berichten von einer Zunahme von nicht konformen Rechtsauffassungen in bestimmten Familienstrukturen. Ein Hochhausbereich wurde 2009 in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Dort konnten trotz schwieriger Immobilienbesitzverhältnisse stabilisierende, Bewohner getragene Strukturen aufgebaut werden. Das Projekt “Nachbarschaftsfabrik” nutzt die in dem Teilgebiet gewonnenen Erfahrungen und erweitert sie auf das Gesamtgebiet. Die Nachbarschaftsfabrik "produziert" Nachbarschaft: Konkrete individuelle Hilfen, Angebote für Interessensgruppen und die Entwicklung des Stadtteils durch soziokulturelle Angebote, Lebensfreude für den Einzelnen und eine positive Nachbarschaftsstruktur. Mit dem Begriff "Nachbarschaftsfabrik" wird der ortsbekannte Name "Reso-Fabrik" entlehnt und das "Produktive" in den Mittelpunkt gestellt. Man kann sich die geplante Nachbarschaftsfabrik auch als Mischung von Tante Emma Laden, Café, Bürgerbüro, Versammlungsraum und Konzertbühne vorstellen. Die ehemalige Maschinenfabrik im Neulander Weg bietet ideale Voraussetzungen für eine Entwicklung von soziokulturellen Angeboten (Aufwertung des Lebensmittelpunkts) und gleichzeitig einen Anziehungspunkt über das Gebiet hinaus: “Heute gehen wir in die Nachbarschaftsfabrik und packen an!”. Das “Angebotspalette” von GWA (persönliche Ansprache, Beratung/Vermittlung zu weiteren Hilfsangeboten, Vernetzung und Förderung der Selbsthilfe) bekommt durch die Nachbarschaftsfabrik ein niederschwelliges und attraktives Zuhause. Die Produktauswahl ist breit gestreut und hält u.a. Folgendes bereit: >Kartoffeln, Gemüse, Fleisch - Lebensmittel der Harburger Tafel >Kaffee und Kuchen - im Reso-Café >Glühbirnen wechseln, Einkaufsbegleitung etc. - Nachbarschaftsprojekt „Die Abräumer“ >Beratung - am Alltag orientiert, als "Clearing-Stelle" des Unterstützungsbedarfs >Beteiligung - Bewohnerrat >Räume für Interessens- und Bewohnergruppen und für Familienfeiern >Konzerte und Kulturprojekte - z.B. “Über den Tellerrand - Köch*innen aus aller Welt” >Sehen und gesehen werden - Nachbarn, Freunde, Bekannte treffen in der Nachbarschaftsfabrik.

Ausgangslage

Das Projektgebiet weist eine interkulturelle Bewohnerstruktur (64 verschiedene Nationalitäten) mit unterdurchschnittlichem Einkommen auf. Zusätzlich ziehen geflüchtete Familien in die bereits belasteten Wohngegenden und junge Familien mit Migrationshintergrund in die Bereiche der Mehrfamilienhausriegel. Damit finden dort zwei gegenläufige Entwicklungen statt: Parallel zu dieser Verjüngung leben vermehrt ältere, alleinstehende deutsche Bewohner in den angrenzenden Einfamilienhäusern und kleinen Wohnungen. Nach Aussage des LK Harburg werden hier relativ viele Hilfen nach § 27 ff SGB VIII verfügt: Familienhilfen bei jungen Familien mit Kleinkindern und Erziehungsbeistandschaften für Kinder und Jugendliche, die durch ihr Verhalten die Anforderungen in Kindergarten und Schule nicht erfüllen können. Damit besteht die Gefahr, dass sich innerhalb des Projektgebietes bestimmte Wohnbereiche abgrenzen und "ghettoisieren". Weitere Probleme sind: Nicht konforme Rechtsauffassungen, insbesondere bei den MigrantInnen, die bereits langjährig in Deutschland leben, erheblicher und wiederkehrender Beratungsbedarf im Bereich Mietrecht/Mietschulden und bzgl. der wirtschaftlichen Situation. In dem Gebiet gibt es einige, auf bestimmte Zielgruppen spezialisierte Einrichtungen sozialer Hilfen, auch in der Reso-Fabrik e.V. gibt es bereits unterschiedliche Angebote. Mit dem Aufbau der GWA/der "Nachbarschaftsfabrik Neuland" könnten diese Projekte besser aufeinander abgestimmt und Strukturen und Netzwerke geschaffen werden, um die unterschiedlichen Akteure in dem Gebiet zusammen zu bringen und eine möglichst bedarfsgerechte und bewohnernahe Infrastruktur aufzubauen und zu pflegen.

Ansatz und Methodik

Grundlage des Arbeitsansatzes ist, dass Gemeinwesenarbeit als Arbeitsprinzip verstanden wird, wobei durchaus unterschiedlichste Methoden aus anderen Arbeitsfeldern integriert und entsprechend der Bedürfnisse der Bewohner des Projektgebiets umgesetzt werden. Mit dem Aufbau der GWA/der "Nachbarschaftsfabrik Neuland" sollen Verbindungen geschaffen und Strukturen und Netzwerke geknüpft werden, um die diversen Akteure in dem Gebiet zusammen zu bringen und ihnen so die Möglichkeit zu bieten sich im Sinne der Sache zu Projektpartnern und Mitgestaltenden zu entwickeln. Darüber hinaus sollen über niedrigschwellige und unbürokratische Beratung die Zugänge zu sozialen Hilfen erleichtert und alltagspraktische Angebote ermöglicht werden. Probleme des Alltags hindern Bewohner des Projektgebiets oft daran, sich in die Belange des Stadtteils einzumischen. Lebensfreude und kulturelles Erleben als Grundbedürfnisse menschlichen Daseins sollen deshalb gefördert werden. Soziokulturelle Angebote können das Projektgebiet als Lebensmittelpunkt aufwerten und auch andere Akteure ins Gebiet hineinziehen. Die Nachbarschaftsfabrik Neuland bietet auch Einrichtungen, die zu Themen wie Gesundheitsförderung, Bildung, Erziehung, Umgang mit Finanzen/Schulden, Wohnen, Arbeit und Ausbildung, Leben im Alter, Ernährung, Frühe Hilfen und kulturelles Erleben arbeiten die Möglichkeit dichter an die Bewohner heranzurücken und ihre Themen damit unmittelbarer anzubringen.